Wiederaneignung der Stadt
Kulturrisse 02/2003
Konzepte und Wirklichkeiten von Stadt verändern sich zusehends dramatischer. Vor der grausigen Folie einer grauen Masse von KonsumentInnen entsteht immer mehr die Notwendigkeit, gegen die Mechanismen des Spektakels punktuellen und temporären Widerstand zu setzen.
Oppositionen
AG Learning from* der NGBK Berlin
Als Hort bürgerlicher Emanzipation, kultureller Vielfalt und ökonomischer Innovation spiegelt die europäische Stadt die für überlegen gehaltene Zivilisationsgeschichte. Die geschichtlich kurze Vorherrschaft der Städte Europas und Nordamerikas als Leitmodelle für globale Urbanisierungsprozesse geht nun zu Ende.
Oppositionen
Timo Meisel und Wanda Wieczorek
Die Transformation des öffentlichen Raums in Kontrollraum wird durch die kommunale Politik mitgetragen. Seit einiger Zeit stärkt eine politische Rhetorik diese Tendenz, die Fragen der sozialen Gerechtigkeit in Fragen der inneren Sicherheit umformuliert.
Oppositionen
Gerald Raunig
Die Idee des Schachts, des invertierten Turms ist das Gegenbild des Elfenbeinturms. Der inverse Turm wäre also kein Ort der bürgerlichen Kontemplation wie der Leseturm, noch ein Ort des Spektakels, sondern ein Ort der Aktualität, des gegenwärtigen Werdens, ein Turm, der sich in die heutige Welt hineinbohrt.
Oppositionen
Georg Ritter
Teile des Urfahraner Jahrmarktgeländes sollen grünem Rasen weichen, weil lokale Jungpolitiker mit der Leichtigkeit einer Gartenschere das Gelände zurechtstutzen wollen. Was hier beschnitten werden soll, ist ein für Linz einzigartiges, in anderen Städten fehlendes Areal.
Oppositionen
Yvonne P. Doderer
Aus den 'autonomen' Frauenzentren in den Anfängen entwickelte sich eine Vielzahl an feministischer Theorie und Praxis ausgerichteter Frauenprojekte, so dass heute eine vielfältig urbane Frauenprojektekultur und eine feministisch ausgerichtete Frauenöffentlichkeit konstatiert werden kann, die der Ausdifferenzierung der Interessen, Bedürfnisse und Identitäten unterschiedlicher Frauen Rechnung trägt.
Katjuschas Statement
Boris Buden
eine kanakin + ein tschusch ... = diskursive stalinorgel
Katjuschas Statement
Hito Steyerl
eine kanakin + ein tschusch ... = diskursive stalinorgel
Kulturpolitiken
Daniela Koweindl und Claudia Slanar
Bereits seit seinem Amtsantritt macht Kunststaatssekretär Franz Morak den Filmschaffenden die Arbeit schwer. "Schwarzblau I" hatte sich im Regierungsprogramm 2000 ein "Schwerpunktprogramm für den österreichischen Film" verordnet. Seither werden den Filmschaffenden in Österreich zunehmend die Existenzgrundlagen entzogen.
Kulturpolitiken
Martin Wassermair
Die Welt ist im Matrix-Fieber. Die Matrix Österreich ist jedoch von Schüttelfrost gebeutelt. Zu allem Überdruss scheint auch die Kulturpolitik unter Franz Morak gänzlich außer Kontrolle zu geraten. Gibt es ein Happy End?
Kulturpolitiken
Andrea Hummer
Am 28. September 2003 sind Wahlen in Linz und Oberösterreich. Die Inhalts- und Mobilisierungskampagne Linzer Wahl Partie (LWP) spricht MigrantInnen als politische Subjekte an, zeigt Diskriminierungen auf und schreibt sich mit ihren Forderungen in den politischen Raum des Wahlkampfs ein.
Kulturpolitiken
Felix Stalder und Konrad Becker
Die drastische Einschränkung der Wegerechte im Wissensraum bedeutet aber nicht nur Verarmung, sondern raubt auch die Grundlagen einer Mitgestaltung der Zukunft. Virtueller Landraub, der alle geistigen Leistungen und Methoden patentieren will, produziert die ökologische Katastrophe der Kultur.
Kulturpolitiken
Rubia Salgado
Es gab die Freude über deinen Brief, und ich habe mit großem Interesse gelesen, wie du das World Social Forum erlebt und wahrgenommen hast. Es gab jedoch auch Erstaunen, besonders über einen gewissen Ton von Naivität, über deine romantisierte Annäherung, über die von dir wiedergegebene Idealisierung der kämpferischen AktivistInnen ...
Kulturpolitiken
Patricia Köstring
Die IG Kultur Österreich hat beschlossen, sich - letztendlich ungeachtet dessen, ob es sich um eine RE-Politisierung eines ENT-solidarisierten Feldes handelt, um einen Anfang oder einen Neubeginn - der Frage zu widmen, wie Solidarität in dieser Gesellschaft möglich ist.
Fokus
Elisabeth Mayerhofer, Monika Mokre, Paul Stepan
Wie lässt sich in einem Gegenmodell zur Privatisierung die soziale Verantwortung der öffentlichen Hand realisieren? Dazu würde mit Sicherheit mehr gehören als die Nicht-Privatisierung. Denn die Frage nach Öffentlichkeit ist stets die Frage nach Machtverhältnissen.
Kunstpraxen
Diedrich Diederichsen
Kommt das Kino vom Mars und die Bildende Kunst von der Venus? Die Begegnungen von Praktiken aus diesen künstlerischen Bereichen haben zugenommen - und doch scheinen experimentelle Filmemacher und kritische Künstler immer noch aneinander vorbeizureden.
Kunstpraxen
Seit Dezember 2002 fand eine Reihe von Treffen und Diskussionen statt, die zur Entwicklung folgenden Textes zur Kulturpolitik in puncto "Freie Szene" in Wien geführt haben.
Kunstpraxen
Marty Huber
Die Arbeit, die allen Interessierten bevorsteht, ist, einen Prozess voranzutreiben, der im Sinne einer sich globalisierenden Welt, lokale und doch polyphone Räume, Orte der Diskurse aufmacht.
Kosmopolitiken
Martin Birkner
Dem endgültigen Durchdrehen des kommunismusparanoiden Regierungschefs und einem sich zunehmend verschärfenden innenpolitischen Klimas ist es zu danke, dass immer öfter wieder eine Parole zu hören, die eigentlich aus den 70er Jahren stammt, wohl oder übel aber die Zukunftsperspektive der sozialen Bewegungen in Italien darstellt: "Lotta dura senza paura".