Offener Brief zum Kärntner Kulturbericht 2011
Klagenfurt/Celovec 12-07-06
Sehr geehrter Herr Landesrat Dobernig!
Der Kulturbericht 2011 ist veröffentlicht. Der Bericht dient dem Zweck, der steuerzahlenden Bevölkerung die geförderten Inhalte und die Empfänger offen zu legen, und damit Rechenschaft über die Verwendung des Steuergeldes abzulegen. Dieser ursächliche Zweck wird seitens der Kulturverwaltung mehr und mehr ignoriert. Knapp eine Million Euro (!) werden im Bericht 2011 nicht mehr aufgeschlüsselt und nur noch pauschal als "Diverse Zahlungen" aufgelistet. Wer und was aber ist "Divers"? Welche Empfänger verbergen sich dahinter und welche Begehrlichkeiten wurden damit bedient?
Als zuständiger Referent für Kultur und Finanzen sind sie der Quell all dieser Geldflüsse und wissen daher über Verlauf und Mündung derselben bestens Bescheid. Sie sind daher aufgefordert, die beiden Posten "Diverse Zahlungen" der Kulturabteilung in der Höhe von € 536.352 und "Diverse Zahlungen" für Brauchtumsveranstaltungen in der Höhe von € 430.536 detailliert aufzuschlüsseln und die Veröffentlichung derselben auf eigene Kosten - nicht aus Steuergeldern (!)-so rasch wie möglich zu veranlassen. Auf eigene Kosten deshalb, weil die transparente Darstellung im Rahmen des Kulturberichtes erfolgen hätte müssen. Da dies verabsäumt wurde, ist es jedenfalls nicht zumutbar, die Steuerzahler damit zusätzlich zu belasten.
Weiters zu beantworten und transparent darzustellen ist, wer € 516.827 für die Organisation und Veranstaltung des Kärntner Heimatherbstes bekommt und wer für die Organisation der Brauchtumsmesse € 260.212 erhält.
Darüber hinaus wäre es zu begrüßen, wenn Sie erklären könnten, warum gewinnbringende Veranstaltungen auf der Wörtherseebühne und im Wörtherseestadion mit öffentlichen Geldern in der Höhe von € 45.000 gesponsert werden und warum die Kulturabteilung für das Konzert von "Genesis" ein Inserat in einer Tageszeitung um € 18.000 bezahlt. Schlussendlich ist es auch von Interesse, welcher inhaltliche Output - d.h. welche sichtbare und/oder hörbare Aktivität - vom "Blauen Würfel" um die verhältnismäßig hohe Subvention von € 400.460 plus € 38.040 zusätzlich für Miete desselben ausgeht und welche Aktivitäten von der Agentur "Ad Libitum" (was übersetzt "nach Gutdünken, nach Belieben" bedeutet) um € 150.000 umgesetzt wurden.
Wir erwarten Ihre erhellenden Auskünfte mit großem Interesse, gehen davon aus, dass Ihnen an Transparenz und Nachvollziehbarkeit sehr viel liegt und verbleiben
mit freundlichen Grüßen
16. Vorstand der IG KIKK
Angelika Hödl, Obfrau
Interessensgemeinschaft der Kulturinitiativen in Kärnten/Koroška
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