Neue Kulturrisse 04/2011 erschienen — IG Kultur

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21.12.2011

Neue Kulturrisse 04/2011 erschienen

„Morde an Roma in Ungarn, Verfolgung und Hetze in Bulgarien, Abschiebungen in Frankreich, ethnische Registrierung und Zwangsräumung von Roma-Camps in Italien ... Leider lässt sich diese Liste verschiedener Arten der Diskriminierung beliebig lange fortsetzen. Kein Wunder also, dass die Roma nicht mehr fähig sind von besseren Zeiten zu träumen.“ So beschreibt die Journalistin und Angehörige der Lovara-Roma Gilda-Nancy Horvath in ihrem Beitrag zur IG-Kultur-Artikelserie „Alternativen zum Verlust der Kulturpolitik“ das Europa des Jahres 2011 aus Perspektive der Roma.

Auch der Heftschwerpunkt der jüngsten Ausgabe der Kulturrisse setzt sich mit unterschiedlichen Dimensionen dieser spezifischen, als Antiziganismus bezeichneten Form des Rassismus auseinander. Markus End analysiert das "Nicht-Identitäre" und "Parasitäre" als dessen zentrale Sinngehalte und legt die bürgerlichen Traditionslinien dieser Ressentiments offen. Erika Thurner beschäftigt sich mit der jüngeren Geschichte Österreichs. Mit Fokus auf die Zeit des Nationalsozialismus sowie auf Fragen der (verzögerten) Entschädigung macht sie auf Kontinuitäten und Brüche im politischen Umgang mit der Roma-Minderheit aufmerksam. Elana Resnick nimmt die pogromartigen Ausschreitungen im Herbst 2011 in Bulgarien zum Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit der Romafeindlichkeit im postsozialistischen Bulgarien.

In den beiden abschließenden Beiträgen zum Heftschwerpunkt rücken verstärkt Fragen nach der Selbstorganisation in den Fokus. Vor dem Hintergrund einer Vorstellung von Roma als TrägerInnen einer inhärent kosmopolitischen Perspektive schlägt Teodora Tabacki vor, weniger das Einfordern gleicher Rechte, als vielmehr die Anerkennung einer universellen MigrantInnenlage als Fluchtpunkt von Emanzipationsbestrebungen zu wählen. Inwiefern bereits der Kampf von Roma um eine Anerkennung als "normale Menschen" vor dem Hintergrund bestehender Herrschaftsverhältnisse ein schwieriger ist, erläutert im Anschluss daran Ljubomir Bratić.

Die Ausgabe erscheint im Rahmen des antirassistischen Kultur-Kooperationsprojekts "Romanistan. Crossing Spaces in Europe", das von mehreren europäischen Roma-Organisationen gemeinsam mit der IG Kultur Österreich getragen wird. Der Fokus dieses bis Mai 2013 laufenden und durch das EU-Programm „Kultur 2007 – 2013“ unterstützten Projekts liegt auf einer Ent-Exotisierung von Roma-Kulturarbeit und auf der Analyse des Potenzials kultureller Produktion als konkreter kultureller Intervention.

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Erhältlich in folgenden Buchhandlungen:

  • a.punkt, 1010 Wien
  • Walther König, 1070 MQ
  • Anna Jeller, 1040 Wien
  • Phil, 1060 Wien
  • Leporello, 1010 Wien
  • Lentos, Linz
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  • b_books, Berlin

 

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