Kulturrisse 02/2013 ist erschienen! — IG Kultur

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09.07.2013

Kulturrisse 02/2013 ist erschienen!

Der Heftschwerpunkt multilingual heterolingual der Kulturrisse-Ausgabe 2/2013 stellt Konzepte und Praxen von Heterolingualität bzw. Multilingualität vor. Diese werden verstanden als politische, sprachwissenschaftliche bzw. pädagogische Ansätze, die sich nicht locken lassen von Ideen eines bloßen (bunten) Nebeneinanders von Sprachen und die deutlich jene Probleme ansprechen, die dadurch entstehen, dass „Sprache“ als nationale Sprache, als Naturgegebenheit begriffen wird, zwischen den Sprachen Grenzen gezogen und gesonderte Sprachräume gleichsam als Territorien umfriedet werden.

„[Wir müssen,] um uns mit der Globalisierung zu konfrontieren, zunächst die Struktur der nationalstaatlichen Herstellung von Subjektivität konfrontieren. Der Frage der Übersetzung kommen wir nicht aus, eben weil eine kritische Analyse des Kapitalismus nicht auf der Annahme eines nationalen Subjekts durchgeführt werden kann,“ schreibt Naoki Sakai in seinem eröffnenden Essay. Notwendig sei ein neues Verständnis von Übersetzung, habe sie als Disziplin doch an der Verkörperung einer Abgrenzung von Nationalsprachen mitgewirkt. Es sei an der Zeit, führt Jon Solomon dieses Argument weiter aus, „sich vom Mythos des Westens mit all seinen Arten der Differenz zu verabschieden,“ die „‘Tatsache’ der Geschichte aufzugeben und das ‘Gegebene’ zu zelebrieren.“ Myriam Suchet analysiert die Subjektposition der SprecherIn und das Sprechen in jemandes Namen in Verbindung mit der Sprachlichkeit sozialer Bewegungen. Rubia Salgado setzt Ansätze von Heterolingualität und migrationsgesellschaftlicher Mehrsprachigkeit zueinander in Beziehung und stellt sie den von ihr – ausgehend von dem von der Selbstorganisation maiz konzipierten Projekt Deutsch als Zweitsprache als kritische Bildungsarbeit – formulierten Analysen und Forderungen als theoretischen Ansatz zur Seite. Eine pädagogische Praxis, die einen Beitrag zur Gestaltung einer mehrsprachigen Gesellschaft leisten wolle, müsse sich, so Salgado, bewusst sein, dass Kritik an Monolingualität eine kritische Haltung gegenüber monolingual verfassten Nationalstaaten und die Problematisierung von Machtverhältnissen erfordere. Der abschließende Beitrag von Vlatka Frketić stellt ebenfalls das Konzept der Mehrsprachigkeit auf den Prüfstand. Ausgehend von einer Studie des Vereins LEFÖ stellt sie die Frage danach, wie die Rede von „Anerkennung“ und „Toleranz“ im gelebten Alltag der Mehrsprachigkeit verankert werden könnte.

Entstanden ist dieser Schwerpunkt in Kooperation mit dem eipcp – european institute for progressive cultural policies im Rahmen des Projekts Europe as a Translational Space: The politics of Heterolinguality.

Erhältlich in folgenden Buchhandlungen:

  • a.punkt, 1010 Wien
  • Walther König, 1070 MQ
  • Anna Jeller, 1040 Wien
  • Phil, 1060 Wien
  • Leporello, 1010 Wien
  • Lentos, Linz
  • Pro qm, Berlin
  • b_books, Berlin

 

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