Kulturrisse 02/2012 — IG Kultur

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04.07.2012

Kulturrisse 02/2012 erschienen!

Zumindest berühmt werden ist ganz einfach. Das hat Silvia Fuhrmann 2004 mit ihrer Wurstsemmel-Metapher bewiesen, die die damalige Bundesobfrau der Jungen ÖVP kometengleich und auch international in die Schlagzeilen katapultierte. Silvia Fuhrmann ist inzwischen ÖVP-Kultursprecherin, die Möglichkeit von Armut erstaunt sie immer noch ganz arg. Fuhrmann, aber auch die ebenfalls geladene SPÖ-Politikerin Renate Csörgits offenbarten Ende 2011 im Rahmen einer Wiener Tagung des Kulturrats Österreich anlässlich von zehn Jahren Künstlersozialversicherungsfonds-Gesetz (KSVFG) ihr KünstlerInnenbild, in dem ein zu niedriges Einkommen, notwendiger Nebenerwerb aus nicht künstlerischen Einkommensquellen etc. nicht vorkommen. Da könnte ja jede/r TaxifahrerIn kommen und künstlerischen Genius sowie in der Folge einen Zuschuss zur Pensionsversicherung für sich reklamieren ...

Die Vorstellungen zu Lebens- und Arbeitsbedingungen von KünstlerInnen und Kulturschaffenden sind also nach wie vor verzerrt und die Kulturrisse nehmen das (wieder einmal und wohl nicht letztmals) zum Anlass, mit der nun vorliegenden Ausgabe 02/2012 eine aktuelle Bestandsaufnahme zu „Kunst und Kohle“ zu präsentieren. Sylvia Köchl erläutert einleitend, wie Bildende KünstlerInnen eigentlich ihr Geld (nicht) verdienen. Der von ihr aus Faktoren wie der miserablen Einkommenssituation oder der lückenhaften sozialen Absicherung gefolgerte Handlungsbedarf lässt sich in ähnlicher Form für den Tanz- und Performance-Bereich konstatieren, wie Elisabeth Mayerhofer in ihrem Beitrag deutlich macht. Als empirische Basis dient ihr dabei eine Umfrage, die im Rahmen des Festivals CROSSBREEDS 2012 durchgeführt wurde. CROSSBREEDS beschäftigte sich, wie Sabina Holzer im Anschluss ausführt, mit Strategien des künstlerischen Überlebens unter den (tristen) Bedingungen aktueller Prekarisierungsprozesse.

Zumindest auf den ersten Blick alles andere als resignativ zeigt sich aktuell das florierende Feld der unabhängigen Plattenlabels in Österreich, die auf der Basis verschiedenster Geschäftsmodelle vielfältigen Musikgenres und ihren ProduzentInnen ein Forum bieten. Wie Christina Nemec in ihrem Beitrag zeigt, steht in ökonomischer Hinsicht jedoch auch hier vieles auf tönernen Füßen. Letzteres trifft, wie aus dem Text von Harald Friedl hervorgeht, in vergleichbarer Form für den Bereich des (Kino-)Dokumentarfilms zu. Die von ihm formulierte Erkenntnis, dass die symbolische Wertschätzung durch das Publikum zwar für fehlende materielle Anerkennung entschädigen, diese aber nicht ersetzen kann, lässt sich auch auf das von Kulturinitiativen bespielte Feld übertragen. Die Frage, wie diese zu Kohle für Kunst kommen, haben wir abschließend an vier Institutionen adressiert.

Kulturrisse 02/2012 Kunst und Kohle

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Erhältlich in folgenden Buchhandlungen:

  • a.punkt, 1010 Wien
  • Walther König, 1070 MQ
  • Anna Jeller, 1040 Wien
  • Phil, 1060 Wien
  • Leporello, 1010 Wien
  • Lentos, Linz
  • Pro qm, Berlin
  • b_books, Berlin

 

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