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INHALT 01/2010

 

das jahr 2000, die wut, und geiz ist geil!

christina nemec

als ich letztens die zib 2 gesehen habe, war ich baff. ingrid thurnher interviewt khg – ehemaliger finanzminister unter blau-schwarz – mittlerweile könig des lächelns. oder, wie er sich selbst bezeichnet, substitut der monarchie im seitenblickezirkus. eine rolle, die ihm gar nicht gefällt. sagt er. frau thurnher, da unterstellen sie mir etwas. lächelnd. ingrid thurnher hat keine chance. khg sieht sich als moderator. er kündigt den folgenden club 2 an, immer lächelnd. buwog – nicht mit mir! ich nicht.

wir sind gegangen, stundenlang – tagelang – wochenlang – und haben gepfiffen oder mit anderen instrumenten lärm gemacht. egal. schüssel musste sich durchsetzen. dörfler träumt schon davon, dass die kärntner deppen in die regierung einziehen. unter kanzler pröll. wie viele stunden werden wir da gehen müssen?

die sanktionen? die haben uns sicher nicht geschadet. khg lächelt.

strache als regierungsfähig. fekter erfolgreiche innenministerin. scheuch landwirtschaftsminister. dörfler – ja was – für den wird sich schon auch noch eine funktion finden, wo er garantiert nichts tun muss, das seinen intellektuellen horizont übersteigt.

die sonne ist ja mittlerweile wieder zurückgekehrt. hypo? wir nicht. khg lächelt. ingrid thurnher ist ratlos.

beim kaiser lächelt hc – fast ein bisschen idiotisch unterwürfig. nein, auch das schadet ihm nicht, im gegenteil – er zeigt, wie humorvoll er auch sein kann – der starke mann des kleinen mannes. vizekanzler unter pröll. der kaiser denkt, wow ist er heute korrekt, jetzt macht er mal den hc zur schnecke. schmecks!

wir gehen stundenlang – tagelang – wochenlang. wie?

werner faymann lächelt. das kann er auch gut. frau rudas will die koalition nicht gefährden, daher stimmt die spö nicht dafür, dass martin graf endlich als dritter nationalratspräsident abgesetzt wird. haltung! keine haltung! diese koalition ist sowieso bald geschichte. sobald pröll sich traut, kann der werner wieder im bezirk lächeln. oder im rathaus.

klestil ist das lächeln im gesicht eingefroren. schüssel hat ihm eine schmach bereitet, von der er sich nicht mehr erholen konnte. nach dem theater um die trennung von seiner ehefrau.

dominic heinzl hat in kärnten sozusagen fast dörflerisches einreiseverbot. es gelang ihm, dörfler und strache aufeinanderzuhetzen – zu einer zeit, als hinter den kulissen schon der putsch gegen petzner und bucher geplant wurde, beflegelt der betrunkene dörfler siegessicher den ernüchterten hc – kollegen aus wien.

khg ist sauber und unschuldig und guten mutes und fleißig und erfolgreich und auf der suche nach einer tätigkeit bei einer internationalen firma. seine zähne sind weiß, seine haare nach hinten geföhnt. sein hemd bügelglatt. frau thurnher – ich? ich sicherlich nicht.

geiz ist geil, sagt eine handelskette, die ihren lieferanten – ich spreche von lokalen distributoren – zehn prozent des jahresumsatzes, den sie mit der kette machen, gegen ende des jahres abziehen. es lässt sich leicht ausrechnen, welche spanne dann noch bleibt. geiz ist geil. lei lei.

 
 

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  • Leporello, 1010 Wien
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  • b_books, Berlin

 

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