Don’t hate the media … Basteln wir uns ‘was NEUES! — IG Kultur

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INHALT 04/2012

 

Don’t hate the media … Basteln wir uns ‘was NEUES!

@porrporr

Bionic elbow – Kryptonite against the corporate media

Dank der FOSS (Free and Open Source Software) Community und kommerzieller Firmen ist es seit einigen Jahren möglich, mit nur wenigen Maus-Clicks und geringem technischem Vorwissen eine kleine Online-Medieninfrastruktur aufzubauen. Kommerzielle Services wie Wordpress, YouTube, Flickr, Twitter, FaceBook & Co sind hier meist wichtige Tools, man sollte sich aber nicht auf sie verlassen, da diese Anbieter über den Inhalt, der auf ihren Seiten veröffentlich wird, bestimmen können. Wenn die Erstveröffentlichung aber auf der eigenen Seite passiert, können sie gut als Multiplikatoren genutzt werden. Der einfache Zugang zu Medieninfrastruktur war vor zehn Jahren noch nicht gegeben. Damals starteten die Diskussions- und Infoplattformen N3tw0rk.og und das österreichische Indymedia Portal. Die Mediennutzung in linksradikalen Zusammenhängen hat sich in den letzten Jahren stark verändert.

N3tw0rk.org, einst das wichtigste linksradikale Diskussionsforum in Österreich, nimmt mittlerweile einen deutlich kleineren Stellenwert im linken Diskurs ein. Gründe dafür sind wohl die Abwanderung der Nutzer_innen Richtung Social Media und die geschlossene Community, bei welcher eine Anmeldung nötig ist, um Inhalte zu lesen und Beiträge zu schreiben. Die Hürde, sich zu registrieren, um einen Link anzuschauen, ist für viele Leute wohl zu hoch, was zur Folge hat, dass Content und Diskussionen schwierig mit Leuten außerhalb des Forums geteilt werden können. Das umfangreiche Archiv des Forums (173.456 Beiträge, 25.454 Themen erstellt von mehr als 1800 angemeldeten User_innen) zu sehr vielfältigen Themen und Diskussionen birgt ungeahntes Wissen über die Entwicklung der emanzipatorischen Linken in Österreich.

Im Gegensatz dazu ist bei at.Indymedia, durch den Grundgedanken, dass jede_r anonym Beiträge online stellen kann (open posting), jeder gepostete Beitrag auch sofort online und somit verlinkbar. Wegen zu geringer Beteiligung am at.indy-Kollektiv, stetig abnehmender Nutzung und somit auch Abnahme qualitativ guter Beiträge wurde at.indymedia.org mit Ende Juni 2012 offline genommen. Nur als Archiv ist die Seite noch zugänglich. Ein ähnlicher Auflösungs-Prozess zeichnet sich derzeit bei de.indymedia.org ab.

Wie könnte ein zeitgemäßes progressives Portal aussehen? Es sollte: (a) ein zentraler Ort sein, an welchem Diskussionen und Infos zusammengeführt und archiviert werden; (b) ein Ort der Wissensweitergabe sein, an welchem Menschen ohne Scheu Fragen stellen können; (c) die vielen progressiven Blogs / Homepages an einen Ort automatisch zusammenführen; (d) Gruppen und Projekte aus den Bundesländern stärker einbinden, damit auch Aktivitäten abseits von den größeren Städten mehr Sichtbarkeit bekommen; (e) einen redaktionellen Bereich beinhalten, wo eigener Content produziert wird und thematische Schwerpunkte gesetzt werden; (f) die Möglichkeit bieten, Foto-, Video- und Audiocontent gut zu integrieren; (g) koordinierte Berichterstattung von Aktionen geben, um nicht der Polizei und der Apa die Meinungshoheit zu überlassen.

Um ein solches Portal ins Leben zu rufen, braucht es noch eine breite Diskussion, was sich andere Menschen von so einem Medienprojekt wünschen würden, sowie Leute, die dieses Portal auch mitgestalten wollen. Um dann als basisdemokratisches Medienkollektiv die technischen wie inhaltlichen Herausforderungen anzugehen. Let’s get organized!

@porrporr

*die mit @ beginnenden usernamen beziehen sich auf user_innen auf
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