Kulturindustrie(n)
Kulturrisse 04/2005
Kultur im Reich der Freiheit, abseits der Zwänge des Marktes? Heutige Kulturarbeit befindet
mitten im Kampf zwischen Marktwirtschaftlichkeit, Umwegrentabilität und
Tourismusbelange. Die Kreativwirtschaft kommt dabei einer Heilsbotschaft
gleich.
EinRisse
Ein Interview mit Katja Diefenbach und ein Kommentar von Gerald Raunig
„Über die Riots zu sprechen, ist schwierig …“
Oppositionen
Heinz Steinert
Die Rede von „den Kulturindustrien“ ist
selbstverständlich geworden, der Begriff aus der "Dialektik der Aufklärung" hat Eingang gefunden in Ökonomie der KulturproduzentInnen.
Oppositionen
Elisabeth Mayerhofer
Creative Industries /
Kreativwirtschaft ist
eben ein neues Feld, in
dem schicke, junge
Menschen aus Design,
Grafik, Film, Architektur,
Medien und Software
voll kreativ Produkte
herstellen, die in überbelichteten
Fotos
beworben werden und
dann urviel Kohle
einbringen. Oder so.
Oppositionen
Armin Medosch
Die Begriffspaare, "creative industries" und "urban regeneration" markieren eine Umdeutung des Kulturbegriffes. Das gilt nicht nur für die immer schon kommerziell orientierten Sparten, sondern auch nicht-kommerzielle werden mehr und mehr instrumentalisiert.
Oppositionen
Angela McRobbie
Egal wie wichtig die
Kulturindustrien für das
Wachstum sein mögen,
es ist ein Sektor mit
niedrigen Profitraten,
und auch wenn die
Beschäftigungssituation,
besonders in der
Selbstständigkeit, lebhaft
sein mag, ist es ein
Niedriglohnsektor
(,working poor‘)
Oppositionen
Heike Ekea Gleibs und Tim Schmalfeldt
Mit einer Definition
von Kultur, die lediglich
die Differenz zwischen
industrieller und künstlerischer
Arbeit absolut
setzt, ist einer Lesart,
die Kultur verstärkt
in den Händen der
Kreativindustrien zu
verorten weiß, nichts
entgegenzusetzen.
Oppositionen
Paolo Virno
Mit dem Entstehen der
Kulturindustrie verwandelte
sich die Virtuosität
in Massenarbeit. Zu
jenem Zeitpunkt haben
die VirtuosInnen begonnen,
die Stechkarte zu
benützen.
Oppositionen
Isabell Lorey
Inwiefern werden durch
„selbst gewählte“ Prekarisierung von KulturproduzentInnen die Voraussetzungen dafür mitproduziert,
aktiver Teil neoliberaler politischer und ökonomischer Verhältnisse werden
zu können.
Katjuschas Statement
Boris Buden
Katjuschas Statement _ eine kanakin + ein tschusch … = diskursive stalinorgel
Katjuschas Statement
Hito Steyerl
Katjuschas Statement _ eine kanakin + ein tschusch … = diskursive stalinorgel
Kulturpolitiken
Martin Wassermair
ÖVP und Bundeskanzler gehen nach dem nationalen Jubeljahr in die EU-Verlängerung.
Kulturpolitiken
Thomas Rothschild
Traditionell war es die Sozialdemokratie,
die Gerechtigkeit nicht nur als Ziel proklamierte, sondern auch zur
Maxime ihres politischen Handelns machte. Das ist bloß noch Geschichte.
Kulturpolitiken
Gerhard Unterthurner
Krankheit wird nun zur
Frage des Risikomanagements,
jeder hat die
Pflicht, einen verantwortlichen
Lebenswandel
zu führen und dem
Kollektiv nicht zu viele
gesundheitliche Kosten
zu verursachen.
Kulturpolitiken
Daniela Koweindl
Die Idee einer finanziellen
Beteiligung zum
sozialen Aufstieg blieb
zumeist Idee. Für zeitgenössische
Künstler-
Innen der unterschiedlichen
Epochen war das
Folgerecht nie eine
relevante Größe.
Kulturpolitiken
Juliane Alton
Bericht von der Fiftitu%-Tagung (A)TYPISCH FRAU II.
Kulturpolitiken
Claudie Goutrié und Marty Huber
Was heißt
eigentlich ,partizipativ‘,
und welche Kriterien lege
ich an eine politische,
emanzipatorische
Kulturarbeit?
Kunstpraxen
Felix Stalder und Konrad Becker
Die Krise der Musikindustrie
ist in aller
Munde. Peer-to-peer
(p2p) filesharing hat
deutlich gemacht, dass
Musik außerhalb der
traditionellen Kanäle
höchst effizient vertrieben
werden kann. Die
etablierte Industrie
reagiert mit Panik und
fordert neue Gesetze
und drastische Strafmaßnahmen.
Kosmopolitiken
Cornelia Sollfrank
Die Sammlerleidenschaft
ist nicht notwendigerweise
mit Kennerschaft
zu verwechseln –
wie man aus dem Kunstbetrieb
weiß.
Kosmopolitiken
Ascan Breuer
Die ,kulturelle Vielfalt‘
unserer Welt ist weniger
durch eine tatsächliche
oder fantasierte Dominanz
einer ,amerikanischen‘
Kulturindustrie
bedroht, als vielmehr
durch unsere eigene
Ignoranz gegenüber
ganz offensichtlichen
Einebnungen und
Homogenisierungen
vor unserer Haustür.