Das Ende der Gemütlichkeit — IG Kultur

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Das Ende der Gemütlichkeit

Kulturrisse 03/2001

Ob im lokalen oder globalen Kontext, allenthalben zeigt sich die wachsende Evidenz von Phänomenen des Ausschlusses: Ausschluss von der Faulheit, Ausschluss von der Arbeit, Ausschluss von MigrantInnen aus Europa, Ausschluss von PartisanInnen aus der Kärntner Geschichtsschreibung, Ausschluss von wirklicher Wahlfreiheit und von Bildungsmöglichkeiten und dem freien Zugang zu den Universitäten. Die Liste wäre ziemlich lang fortzusetzen und zeigt den allgemeinen, globalen Trend zum Ende der Gemütlichkeit, und das unter national verschärften Voraussetzungen in Österreich.

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VorRisse

Gerald Raunig
Oppositionen

Slavoj Zizek im Interview: "Wir werden dich erschießen und wir werden dich in guter Erde begraben."

Nach einem Interview mit Stuart Hall in der Kulturrisse 0201 veröffentlichen wir im folgenden ein Interview mit Slavoj Zizek, dem slowenischen Philosophen, der durch seine kontroversiellen Beiträge auch auf der documenta-Plattform in der Akademie der bildenden Künste für hitzige Debatten und für eine kurze Aufhebung der akademischen Gemütlichkeit sorgte.
Oppositionen

Gemütlichkeit, welche Gemütlichkeit! Wenn es kein Recht auf Faulheit gibt, welches soziale Recht gibt es dann?

Yoyo Tischler Gemütlichkeit strebt nach Hegemonie. Andersrum: Es gibt immer - nur - hegemoniale Gemütlichkeit. Oder einfacher: die herrschende Gemütlichkeit ist immer die Gemütlichkeit der Herrschenden. Wenn sie sich denn überhaupt quantifizieren lässt: Das Maß der erlebbaren Gemütlichkeit ist kontingent. Hier kommt Macht ins Spiel. Willkommen in der Politik.
Oppositionen

Schlampige Verhältnisse

Melina Klaus "Männer bekommen Migräne, Stimmungswechsel, Hormonausschlag, Bulimie." (Format) "Boys grow up in a world of far fewer certainties than their dads enjoyed." (The Face) Welcherart schlampige Verhältnisse machen hier Schluss mit männlicher Gemütlichkeit?
Oppositionen

Tausch/verweigerung/en: Lebens-, Bewegungs- und Verkehrsform

Klaus Neundlinger Der Kanal-Tunnel ist in mehrerlei Hinsicht ein symbolisches Projekt. Er intensiviert die Verbindungen zwischen zwei Ländern, die innerhalb der Europäischen Union zu den politisch einflussreichsten Nationen gehören. Symbolisch aufgeladen wurde die unterirdische Verbindung wohl nicht nur wegen der technischen Schwierigkeiten, die es mit dem Bau zu überwinden galt, sondern auch wegen der imaginären Besetzung der Verbindungen, die damit freigesetzt wurden. Aus der Perspektive der repräsentativen Politik werden solche großen infrastrukturellen Projekte nach wie vor mit jenem Pathos aufgeladen, das uns glauben macht, hier und dort wären tatsächlich Grenzen überschritten worden. Welche Grenzen aber wurden aufgehoben, sodass man von der Möglichkeit neuer Erfahrungen sprechen könnte, von neuen symbolischen Formen, in denen sich konkrete Existenzen auszudrücken vermöchten?
Oppositionen

Der Krieg ist vorbei.

Tina Leisch Sarajevo. Muezzingesänge dringen von unten lauter auf die Hügel über der Stadt hinauf als der Autolärm. Ein Sieg der menschlichen Stimme über die Verbrennungsmotoren. Erfreulich, selbst wenn er nur mit Hilfe von Riesenverstärkern errungen wird und die Muezzinstimmen Konserven von der Kassette sein mögen. Von den ehemaligen Tschetnikstellungen aus schaut man hinunter auf die zerschossene Stadt, die augenlosen Hochhäuser. Den Blick von hier oben zu riskieren, ist immer noch etwas gefährlich. Einem Hirten, der seine Schafe und Ziegen zwischen verschimmelnden Sandsäcken und verbrannten Gemäuern weidet, sind schon fünf seiner Tiere von Minen zerfetzt worden. Aber die verminten Hügel seien nicht das Schlimmste, meint er. Das Schlimmste seien die vielen verminten Seelen.
Oppositionen

Von der Unselbstständigkeit in die Schulden. Die Umwandlung der Universitäten von Staatsbetrieben in private Unternehmen

Helmut Neundlinger Unter dem propagandistischen Vokabel "Nulldefizit" findet derzeit in Österreich ein gesamtgesellschaftlicher Umbau statt, der die Zerschlagung ganzer Milieus und Institutionen in Angriff nimmt. Ohne Zweifel sind die öffentlichen Bereiche Verwaltung, Ausbildung oder Gesundheitswesen in fundamentale Krisen geraten. Am Ende des Staates steht die Neugründung der Gesellschaft als Unternehmen.
Kulturpolitiken

Infokörperkult. Kultur und Kommunikation als Instrumente sozialer Kontrolle

Konrad Becker Mündliche Überlieferungen und bildliche Darstellungen spiegeln sich als Muster früherer Gesellschaften bis in die populäre Multimedienlandschaft der Gegenwart. Künstliche Erinnerung erfolgt dabei durch virtuelle und simulierte Bilder und Orte, die als eine Art "Weltkarte" durch ihren Anschein der Objektivität immer auch als machtpolitische Instrumente dienen. Aus diesem Grunde werden gerade im Bereich kultureller Repräsentation keine Mittel gescheut, um Kontrolle auf jene Realität auszuüben, die als "allgemein gültig" vermittelt werden soll.
Kulturpolitiken

Die wundersame Wiedergewinnung des Kulturressorts durch die Wiener SPÖ

Interview mit Andreas Mailath-Pokorny.
Kosmopolitiken

Zur Frage der Hegemonie: Subcommandante Marcos und Parteichef Van der Bellen

Monika Mokre Es braucht etwas Anderes. Es braucht die Entwicklung von Denk- und Handlungsmodellen jenseits des Neoliberalismus und es braucht die Entwicklung von Organisationsformen, die diesen Modellen angemessen sind - wobei es schwer vorstellbar ist, dass sich solche innerhalb der bestehenden Staatsstrukturen finden lassen.
 
 

Erhältlich in folgenden Buchhandlungen:

  • a.punkt, 1010 Wien
  • Walther König, 1070 MQ
  • Anna Jeller, 1040 Wien
  • Phil, 1060 Wien
  • Leporello, 1010 Wien
  • Lentos, Linz
  • Pro qm, Berlin
  • b_books, Berlin

 

Kulturrisse -

Zeitschrift für radikaldemokratische Kulturpolitik

 

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