11. September 2001 in deutscher Rede — IG Kultur

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11. September 2001 in deutscher Rede

Burghart Schmidt

Ein Aufsatz aus dem Atmosphären- und Informationsstand um Mitte November 2001 zur Selbstvergewisserung des Überlegens. Wir erfahren gerade, dass in Afghanistan ein Befreitheits- und Befreiungsjubel herrscht. Wenn das stimmt, hätten die Amerikaner ja doch wieder einmal entscheidend Befreiung von einem totalitären Regime veranlasst. Und der Jubel wäre der, den ihnen die Deutschen freilich 1945 schuldig blieben, von den durch die Nazis in die Todes- und Folterlager Konzentrierten abgesehen. Deutsche wie ich müssen das Jahrzehnte später nachholen, die versäumte Dankbarkeit weil wieder so viele Deutsche den Antiamerikanismus herausholen in ihren selbstverursachten Minderwertigkeitsgefühlen. Doch unsere Zeitgeschichte läuft weiterhin auf solchen Beschleunigungs-Hochtouren, dass dieser Aufsatz, wenn er Ende Januar 2002 erscheint, schon zu den Interessenfeldern einer Gegenwartsarchäologie gehören mag als Objekt, als Dokument von längst Vergangenem. Vielleicht hat dann nämlich Bush schon seinen Vorschlagsplan verwirklicht, für des Terrorismus Verdächtige militärische Standgerichte einzurichten, deren Anklagen, Verhandlungen, Urteile, Exekutionen völlig geheimzuhalten sind, also völlig unkontrollierbar. (Allerdings sprechen dazu schon Amerikaner vom möglichen Übergang in stalinistische Praktiken). Vielleicht ist dann die Intervention in Afghanistan schon umgeschlagen in riesiges Massenmorden einer Lynchjustiz. Und man muss also neuerlich völlig umdenken. 25.11.2001

Es ist an der Zeit, ganz einfach klassische Sprachkritik wieder zu betreiben, wenn man von den Reden der Intellektuellen, über die Intellektuellen, durch die Intellektuellen des Deutschsprachigen zur Lage der Welt hört. Es gab ja schon einmal ein Vorspiel des Selbstruins von Kritik (Aufgaben-Gelände des Intellektuellen) auf deutschsprachiger Ebene durch Automatisieren der polemischen Sprache im Schlagabtausch, als ginge es um sich-anpassen an die Sitten der Paukböden. Das geschah aus Anlass eines neuen Buchs von Günther Grass, ein Marcel Reich-Rancki verglich daraufhin Grass mit Goebbels. Was sollte ein solcher blödsinniger Vergleich? Aber als wäre es darum gegangen, die Theorie der selffulfilling prophecy wieder einmal paradigmatisch zu belegen, konterte Grass nun wirklich wie goebbelsisch mit der erregten Wutrede vom "polnischen Papst" in Frankfurt. Goebbelsisch darum, weil solche sich offensichtlich Zuspruch versprach hintenherum, vom deutschen Polenhass und deutschprotestantischem Hass auf das Vatikanische. Und da musste sich noch unbedingt Walter Jens einmischen mit seiner Warnung an Reich-Ranicki, er würde die Nazikarikatur vom Juden realisieren und damit antisemitischen Einstellungen Stoff wie Rechtfertigung geben.

Goebbelssches Verfahren bei Schubumkehr der Zielrichtung? Oder nicht vielmehr doch das Hinstellen einer solchen Karikaturrealisation, auf die niemand sonst verfallen wäre? Nach Maßgabe des Märchenwitzes: Ich verrate nicht, dass der Schlüssel zur Tür unter der Fußmatte verborgen ist? Und das waren nun unsere Hauptlehrer einmal gewesen gegen die deutsche Polemik- und Propaganda-Ideologie, voll zurückgefallen selber in sie unter Indienstnahme schlimmer deutscher Gang-und-Gebe-Vorurteile: Selbstaufgabe der Intellektualität durch Überstrapazierung? Und jetzt können wir einmal wieder: Hauruck! und Los! mit ganz großen Schritten, raus aus dem Intellekt?

Und so scheinen es auch wieder rechtzeitig nach dem 11. September deutschsprachige "Intellektuelle" [1] zu sein, die, so reduziert wie programmiert auf bloße Gier nach medialer Aufmerksamkeit, ihre Sprachphantasie einzig ausschweifen lassen zu beleidigen wollenden Vergleichen und Sprachbildern der Provokanzsucht. Man könnte darüber schweigen, würden nicht durch diese Provokanzsucht der sprachlichen Formulierungen die davon berührten Themen und Problemstellungen einem sachlichen Erwägen entzogen und undiskutierbar gemacht, was ja auch vielleicht die Absicht dahinter, um den Intellekt vor Strapazen zu bewahren. Nehmen wir einmal den von der "Woche" (Habung) zitierten Spruch deutschsprachiger "Intellektueller", die Amerikaner hätten die Schläge vom 11. September verdient, wie immer variiert zu einer bloßen aufrechnenden Notierung von Selbstschuld der Amerikaner an den Attacken, oder sie hätten die Attacken herausgefordert, alles davon doch nur die Grundhaltung eines Verdienthabens dieser Attacken. Ist der Spruch denn so gemacht worden von deutschsprachigen "Intellektuellen", dann gebe ich Otto Schilys Antwort vollkommen recht. Und es wären andere, die auf ihre Worte aufpassen sollten, als er.

Was heißt hier schließlich "die Amerikaner"!? Abzulehnende Verallgemeinerung ohnehin, und im Zusammenhang der Gesamtsentenz bringt sich solche Verallgemeinerung in die Nähe eines schlichten, gar hetzerischen Antiamerikanismus. Allein schon, wenn gemeint sein sollte, die terroristischen Attacken vom 11. September seien eine Art Antwort der Dritten Welt auf ihre Ausbeutung, dann wird diese Ausbeutung von der gesamten Westlichen Industriegesellschaft betrieben und alle ihre Angehörigen machen ihren Schnitt dabei in "sozialer Wohlfahrtsstaatlichkeit", auch Sprecher inkriminierter Sentenz. Was heißt also: Die Amerikaner hätten verdient...? Hier winkt extreme Heuchelei herein.

Und das Verdienen selber? Will die Wortwahl eine höhere Gerechtigkeit des Grauenhaften und Grausamen faktischer Geschichtsprozesse anrufen und ausrufen? Dann handelt sie von einem Fatalismus dezisionistischer Blindlings-Parteilichkeit. In solchem Schlamassel aus fatalistischem Dezisionismus würde ich mich sogar lieber für George Doubleju Bush entscheiden, weil dieser denn doch unter einer Menge von Kontrollen steht, als für den stinkreichen und unkontrollierbaren Osama Bin Laden und sein vorgebliches Islamisierungsprogramm. Aber darum geht es nicht.

Die undiskutierbare Sentenz vielmehr sorgt dafür, dass man nahezu nicht mehr darüber sprechen und schreiben darf, inwiefern amerikanische Politik die Voraussetzungen mitbewirkt hat für den jetzigen Terror. Ja, man darf nicht nur nicht hypothetisch Erwägungen darüber anstellen, wie es scheint, sondern, genau genommen, dürfte man nicht einmal mehr längst bekannt gewordene Faktizität wiederholen, die im Mitgewirkthaben der CIA am Aufbau der Taliban- und der Al Qaida-Organisation besteht. Denn all das brächte einen in die Nähe der wüsten Sentenz vom Verdienthaben und hielte einen in solcher Nähe fest.

Das hier will jetzt aber am wenigsten Parteinahme etwa für jene Lehrkräfte in Deutschland sein, von denen der Spiegel (19.11.2001, S. 52 f.) berichtet. Der Vergleich "Rache für Dresden" stammt ohnehin aus dem Schmutzkübel eines gewissen Stammtischs, selbst wenn das Leben eines Menschen traumatisch von Dresden geprägt sein mag. Aber auch, wenn die Zeit gleich nach den Attacken auf New York und Washington nur zum Anlass genommen wurde, in die Lehre des Geschichtsunterrichts die Lehrkraftansicht von den Brutalismen und Gewalttätigkeiten der USA-Politik einzubringen, aufzulisten und vorzutragen, gar dann noch in einem Fall unter der polemischen Leitfrage nach den Gründen des Hasses auf die USA (oder die Amerikaner), dann liegt klar, vor allem allein schon durch die Atmosphäre der Zeitsituation, eine didaktisch-rhetorische Figur vor, nach der ebenfalls vermittelt werden sollte, die Amerikaner hätten eben die Attacken verdient.

Solches hat nichts mehr mit objektivieren sollendem Geschichtsunterricht zu tun, sondern muss als Indoktrination charakterisiert werden, die zudem widerlich an die deutsche Mentalität des Gegeneinander-Verrechnens der geschichtlichen Untaten anknüpft, solche Mentalität schulisch befördert und an sie, Zustimmung heischend, appelliert. Und derartige Indoktrination durch die staatlich bestellte Objektivierungsfunktion des Lehramts. Dagegen vorzugehen, hat nichts mit Unterdrücken einer Kritik an USA-Politik zu tun oder gar mit Einschränken der Meinungsfreiheit.

Denn, und hierbei berufe ich mich in meinem Bewerten derzeit nur auf die Zitationen im Spiegel, andere waren mir noch nicht zugänglich: es wurde der Grundsatz des Bemühens um Objektivierung in der Lehre schwerst außer Kraft gesetzt, der sich noch in der Grundregel des Besinnungsaufsatzes niederschlägt, Hauptaufgabe sei, das Für und Wider abzuwägen. Man hätte also ebenso gewichtig im Schulunterricht die Verdienste der USA-Politik auflisten und vortragen müssen und die Gründe der Amerikanophilie, und das durchgezogen durch die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, nicht nur mit Gemurmel von Jefferson und der amerikanischen Verfassung. Und dann geht das von der Zerschlagung des Dritten Reichs und des italienischen Faschismus über Marshall-Plan und Entnazifizierung wie Demokratisierung, wie Beendigen des Rassismus in Mitteleuropa, über Bewahren Westberlins vor Zugriff des Sowjetsystems, Garantie überhaupt für Europa gegenüber dem Sowjetsystem bis zu Schutzglockensystem für die Einigung Europas und sein Freiwerden von den Erblasten der "Erbfeindschaften". Wenigstens eine Liste, die mich sagen lässt, ich schätze mich glücklich, dass mein Leben durch einen Zufall der Natur in die Pax Americana gefallen ist, in den Bereich der Welt, wo man wirklich von dieser Pax sprechen kann.

Dabei verzichte ich gern auf das Gejammere etwa Botho Straußens über den Menschlichkeitsverlust, der darin bestünde, dass man nicht mehr so ohne weiteres bereit sei, sein Blut, Leben und Gesundheit herzugeben für alte Werte aus Gesellschafts-, Religions- und Familien-Zusammenhang, wie das in früheren, dem Botho offensichtlich "glücklicheren" Zeiten der Fall gewesen sei und bei Südosteuropäern mit Silberstreifen am Horizont sich glücklicherweise wieder melde. Allerdings die Regionalität der angesprochenen Pax, in ihr beginnen die Fragen der Kritik. Doch dazu muss man sich einmal Henryk Broders jüngste Positionierung (im Spiegel vom 19.11. 2001) heutzutage aufs Gründlichste durch den Kopf gehen lassen, nach der die USA-Politik machen könnte und machen kann, was sie will, der antiamerikanische Hass würde entweder aufbrüllen über Eingriffe, Strangulierungen, Amerikanisierungen usw. oder er würde den Vorwurf aufwerfen, die USA drückten sich aus Nationalegoismus um ihre Pflichten als Supermacht herum.

Zwar wirkt der Kommentar Broders aus diesem Grundgesichtspunkt heraus so, als wolle er alle Kritik an der USA-Politik zurückweisen, sogar für die weitläufige Vergangenheit. Man weiß aber freilich, dass Broder die Black-outs der USA-Politik so kennt wie jeder andere. Den hemmungslosen Antikommunismus etwa, in dem sie mit dem Teufel zusammenzugehen bereit war, wenn es nur gegen die kommunistischen Systeme ging. Und so machte sie Kräfte groß, die nun nach Verschwundensein des Gegners sich gegen den Geburtshelfer wenden. Das weiß Broder so gut wie die anderen. Er hat ja aber Recht, das wirft kein Argument ab für heutige politische Entscheidungen. Sollen sich etwa die USA sang- und klanglos den Erpressungen dieser Kräfte unterwerfen, weil sie sie gefördert haben? Albern. Zudem hat Broder als politischer Kommentator das Recht dazu, mitten unter so vielen antiamerikanischen Stellungnahmen im Deutschsprachigen einmal loszuplatzen, loszupoltern mit nur einer, daher einer auch ausblendenden Sicht bei so vielstimmiger Orchestrierung des Antiamerikanischen. Das andere dieser Sicht haben ja die anderen schon längst in mancherlei Wiederholungen und Variationen gesagt.

Was anderes ist es, um wieder zu ihr zurückzukehren, mit der Schulsituation, die im Unterricht, zwar nie erreichbar, dennoch um so stärker Objektivität anzustreben hat. Da gibt es nämlich zudem noch das berühmt-berüchtigte Fingerspitzengefühl, nach dem die vom Spiegel angegebene Zeit die denkbar ungeeignete war für objektive Diskussion der USA-Politik. Nur von der bis in psychische Tiefen hinein objektiven Mentalhaltung einer Lehrkraft wäre diese zu leisten gewesen.

Hier habe ich aber zum Fall eher die Meinung, dass es sich umgekehrt verhielt: Die Gelegenheit wurde beim Schopf ergriffen, um mit persönlicher Vorurteils-Meinung zu indoktrinieren. Demnach meine ich auch, es musste etwas geschehen. Obwohl eine Strafversetzung, die zwar noch kein Berufsverbot ausmacht und keinen McCarthyismus, trotzdem als nach der Entlassung wohl nächst höchste Disziplinarstrafe mir zu scharf erscheint. Anprangerung und Verpflichtung zu Einübungskursen ins Objektivitätsbemühen, besonders wenn es um Fächer wie Geschichte, Soziologie, oder Deutsch geht, wären eher das Angemessene gewesen. Damit nicht in der Maske des Lehrers Stammtischmeinung so ohne weiteres propagiert wird. Und nun, jenseits der Sentenz von verdienter Strafe für Amerika, überhaupt zu den anderen Diskussionen deutscher Sprache: der Appell an den Gesichtspunkt eines Zurückschlagens der Dritten Welt aus ihrer Ausgebeutetheit heraus! Es ist ja wohl richtig, theoretisch wie praktisch, viele Voraussetzungen zu suchen für die Situation des heutigen Terrorismus in dieser Ausgebeutetheit und weiter wachsenden Verarmung. Will man an solchen tieferen Ursachen der Krankheit, so etwa ebenso an der Palästinafrage auch nur ein wenig heilen, dann ist das allerdings ein sehr, sehr langatmiger Prozess, dieser Prozess eines gerechteren Verteilens der irdischen Güter. Nichtsdestoweniger muss man dieser Frage Hauptstelle einräumen, während intellektuelle Provokanzsucht fleißig daran arbeitet, ihr Verschweigen legitimierbar zu machen. Denn die eigene Medienpräsenz individualiter ist dem wichtiger als die entscheidende Problemlage der Welt. Und in der Kommunikationsgesellschaft erwirkt Beleidigen so viele unübertreffliche Kicks.

Doch wirft die weltweit anwachsende Verarmung als Grundsuppe des Terrors auch ein Grenzproblem für die Arbeit dagegen auf, wenn es um die Terrorismusfrage geht. Selbst gerechtere Verteilung der irdischen Güter ließe trotz Optimalisierung der utopischen Art Differenzen weiterbestehen. Außer es würde so etwas erreichbar sein wie das, was Karl Marx unter Überflussproduktion meinte. Denn zu dieser Idee würde ja auch andererseits gehören, dass alle den Überfluss als Überfluss so spontan wie in die tiefsten Schichten des Unbewussten hinein anerkennten. Erst dann ließe sich so etwas denken wie die apolitische Anarchie-Idee der Gesellschaft, wie sie Jacob Taubes und Walter Benjamin erträumten und darum von wirksamer Gesellschaftskritik ein Abschaffen der Politik einforderten. Ohne solchen allgemein von allen empfundenen Überfluss blieben massenhaft Gefälle-Gefühle übrig, in die gerade der gegenwärtig sich realisierende Terror einzugreifen alle möglichen Hebel weiterhin fände.

Man denke an den Terror in Nordirland oder im Baskenland. Beide Regionen liegen bekanntlich nicht etwa in der Dritten Welt, noch nicht einmal, nun gesellschaftsstrukturell gedacht, in jener Dritten Welt, wie sie mitten in der Ersten Welt existiert, von den Indianern Gesamtamerikas bis zu den Slums der Metropolen etc. Kleine Differenzen, und nicht mehr bloß wirtschaftlicher Art, sondern wieder auch religiöser, national-ideologischer und regional kultureller Art stiften Motivationen zu Terrorismus. Ich will die Kleinheit der Differenzen am wenigsten zu Kleinstheit herunterspielen, sie gilt nur relativ zur Verarmung in der eigentlichen Dritten Welt. Unter anderer Perspektive sind die Differenzen sehr groß.

Aber man nehme doch die Bereitschaft zu äußerster Gewaltsamkeit im Zerfall Jugoslawiens, das mindestens mit seinen Nordpartien ein Schwellenland war. Es wäre doch etwa zwischen Kroaten und Serben nur, mit Gegenseitigkeit, um kleine Benachteiligung gegangen, auch was Religiöses oder Weltanschauliches betroffen hätte, hätte man in Föderation die Eingliederung nach Europa angestrebt. Und wären da nicht jene Politiker gewesen, denen präsent war, wie Saddam Hussein, dass man aus der Verarmung der eigenen Staatsgemeinschaft vielmehr direkten Machtgenuss und direkt-sofortige Bereicherung ziehen kann als im normalen wirtschaftlichen Entwickeln. (Oder sollten Milosevic, Tudjman, Karadsic und Hussein wie vor kurzem noch Osama Bin Laden von der CIA mitfinanziert worden sein und werden, damit sie ihre Leute und ihre Länder einem halbernsten Kriegführen zum Zweck des Durchprobierens aller Waffensysteme und der Entsorgung von Waffenschrott seitens der US-Army zur Verfügung stellten? Fast möchte man es meinen beim Erfahren des Gebrauchs, den die US-Army bis zum Einsatz von schwach atomaren Waffen in Europa von den Gelegenheiten machte. Und dabei bekam die Army noch alle geographischen Schwierigkeitsgrade geboten. Und die entsprechenden führenden Politiker wurden wegen dieses Anerbietens an die US-Testkünste von ihren Staatsvölkermehrheiten nahezu wie Heilige verehrt. Aber so viel Weltverschwörungstheorie ist mir zuwider, obwohl das bei Osama Bin Laden fast hinhaut. Jedoch Interessensüberschnitte reichen zu Erklärung aus, da traf sich was.)

Mit der Klammerbemerkung bin ich an einem Punkt in der hybriden Logik gegenwärtiger Weltpolitik angelangt. Kurz nach dem 11. September veröffentlichte schon genannter Henryk Broder einen politischen Kommentar im "Spiegel", mit dem er seiner nach allen Seiten ausgreifenden kritischen Urteilskraft ironisch Einhalt gebot. Er wisse, so fuhr er nach dem Einhalt neu an, schon, was nun europäische Intellektuelle alles vorbringen würden zum Verständnis für die Terror-Attacke auf New York und Washington. Und er zählte, er listete auf, womit er bis heute recht behielt. Nur eines fiel ihm nicht ein: Dass man den Anschlag auch als Kunstwerk einschätzen würde. Nie zuvor hat mich ein Kommentar so sehr an meiner Stelle der Reflexion angetroffen wie dieser.

Auch ich hatte mir im vernetzenden Überlegen durch den 11. Sept. einen Einhalt geboten. Philosophen nennen das Epoche seit den Scharfsinnigkeitskünsten der griechischen Antike: Sichenthalten des Urteils, um ganz simpel neu zu überlegen und aus einem entgegengesetzten Ansatz heraus zu denken, entgegenzudenken. Insofern hatte ich sogar noch Verständnis für das Dümmste, was zum 11. Sept. gesagt wurde, er habe alles verändert. Wo doch klar war, dass die größten Anstrengungen unternommen würden für: Nichts hat sich verändert!

Aus der Epoche heraus, die sich eben außerdem den Umschlag des Bedenkens zur anderen Seite hin leistete im Nullpunkt der Enthaltung, überlegte ich mir: Sollte es stimmen, was bis heute ja nicht, auch nicht im Gerichtssinn, eindeutig bewiesen oder wenigstens erwiesen, dennoch hochwahrscheinlich ist, dass Osama Bin Laden und dessen Al Qaida hinter den Terror-Attacken vom 11. Sept. steht, dann handelt es sich also um jemanden aus den erdölgeborenen Reichtümern des Orients, der sich hier zum Sprecher der Armen selbst erklärt. Das gleiche gilt für das Meiste seiner Mitarbeiterschaft. Nein, zuckte es in mir auf, das tut er, tun sie ja gar nicht. Vielmehr erklärt er, erklären sie sich zu Sprechern einer Religion, des Islam. Nein, zuckte es in mir auf, islamische Theologen sagen doch, Bin Laden sei kein islamischer Theologe. Was dann? Schön und gut, sagte ich mir, aber es gibt Programmerklärungen; und in Sachen dessen hat Bin Laden mit der Al Qaida die Talibanisierung Afghanistans betrieben; und wenn er vielleicht nicht die Talibanisierung der Welt will, so die Talibanisierung der islamischen Teile der Welt, was ja dann auch Teile der westlichen Metropolen mitangeht.

Selbst wenn ich mir vorstellen könnte, dass Teile auch der West-Welt Sperrbezirke würden für Nichtmuslime, soweit sie es nicht schon sind; ja, selbst wenn ich mir vorstellen könnte, dass es in Europa, seinen Metropolen talibanisierte Sperrbezirke gäbe, gesperrt für Nichtmuslime - schließlich war wegen Republikfluchthilfe für mich 20 Jahre lang der "Eiserne Vorhang" wirklich ein eiserner, und aus Hamburg, Venedig, Wilhelmshaven, Brest kannte ich die Sperrbezirke internationaler und militärischer Häfen, nichts Neues, nur andere Rechtfertigung - das Ganze enthielte ja doch in the long run ein Intentionales hin auf Weltergreifung, so dass die Nicht-Talibane bestenfalls ins Ghetto geraten. Übertrieben? So frage ich mich auch immer wieder. Und zunächst richtet sich das Bin-Laden-Programm, wie es scheint, nur auf Entfernen von militärischer Nato-Präsenz aus islamischen Ländern, was die Nicht-Muslime angeht. Klar, weiß ich. Dann aber heißt es wieder, es ginge um die Zerstörung Amerikas. Und wenn die Terror-Technik ohne Grenzen grenzlos Grenzen überschreitet, warum dann nicht auch allmählich die Ziele? Schließlich besteht schon nachhaltige Forderung von sogar nicht-talibanischen, nicht-al-qaidischen Moslem-Organisationen auf Zerstörung eines Freskos in einer christlichen Kirche in Bologna, weil es Muhammat in der Hölle zeige. Und der Iran schickt grenzenlos seine Henker aus, um irgendwo den durch die schiitischen Mullahs zum Tod verurteilten britischen Staatsbürger und Nicht-mehr-Moslem Salman Rushdie grenzenlos hinzurichten. Male meine Einstellung also auch einmal den Teufel an die Wand. Also bin ich gegen die Talibanisierung der Welt gemäß dem Bin Laden-Programm.

Also muss ich dafür sein, dass gegen dieses Programm, gehandelt wird, um es sobald wie möglich seiner Chancen zu berauben. Ich muß gegen alles sein, was dieses Programm, ausgedrückt einmal vorläufig als Talibanisierung, irgendwie mit einem Wert-Schein umkleidet. Daher lehne ich es ab, dass man (wie Carlos Widmann im Spiegel, Nr. 43, 22.10.2001, S. 160 ff.) auch nur hypothetisch eine Reihe bildet von Jesus über Che Guevera zu Bin Laden, vielleicht könnte man ja noch Ho Tschi Minh und Fidel Castro hineinquetschen. Erstens ist Jesus eine völlig mythische Gestalt und Che Guevera, zweitens, gehört nicht in die Reihe der Religionsfanatiker und nicht in die Reihe der Großreichen, die sich zu Sprechern der Armen aufwerfen, indem sie in ihre Spreche Kapital reinwerfen und Kapitalverbindungen, aber bloß für sinnlos provokante einzelne Vernichtungsaktionen, wozu Armut noch gesteigert ausgebeutet wird, Abschlagszahlung nur durch stumpfsinnige Rachegefühle.

Damit meine ich nicht eine erinnernde Verehrung der Vorbildlichkeit von Che Guevara, wie Sartre sie verkündete. Im Gegenteil, ich habe, soweit ich mich öffentlich äußerte, immer gegen Untergrund-Terrorismus gesprochen. Weil, selbst wenn er gelingt, dann schafft er Geheimdienstgesellschaften, Gesellschaften des institutionalisierten Verfolgungswahns. Weil sich seine Aktivisten schon immer lange in Geheimdienstlichkeit eingelebt hatten und in Verfolgtheit.

Wenn aber eine Reihe für Bin Laden, dann die von Milosevic, Tudjman, Hussein als vorgebliche "Revolutionäre", so sehr auch diese ohne Religionsfanatismus waren, obwohl für nichtreligiöse Glaubensartikel die Ihren verheizten. Aber das berührt für mich, immer noch, in der Mitte November 2001, den heiklen Punkt: Was stimmt an dem fundamentalistischen Islamismus des Bin Laden denn überhaupt? Islamische Theologen erkennen ihn als Theologen nicht an, wurde vorhin schon gesagt. Obwohl er, Bin Laden, wie ein Theologe oder Kleriker, jüngst im Namen des Islams die Pflicht zur Tötung Unschuldiger verkündete. Das wäre allerdings Aufhebung jeden Rechts, einschließlich der Scharia. Bin Laden würde freilich hervorheben, es ginge um unschuldige Nicht-Muslime, zwischen Muslimen bliebe Recht. Doch durch die Attacke auf die Twin-Towers sind hochwahrscheinlich auch Muslime umgekommen oder hätten mindestens umkommen können (ich weiß es bis heute nicht genau). Bin Laden würde wohl antworten, das seien keine richtigen Muslime gewesen. Also wären Muslime nur die, die Qaida dafür erklärt. Das wäre dann auch der Zusammenbruch des islamischen Rechts, die Rechtlosigkeit gegenüber einer selbstdeklarierten Organisation, welche sich nur vor sich selber zu verantworten hat.

Solches erinnert zwar an Mystik. Aber außer ganz wenigen mystischen Bewegungen im Islam, leider gerade allerdings auch wieder im Islam, doch ebenso in der christlichen Wiedertäuferei des 16. Jahrhunderts etwa, hatten mystische Bewegungen im Ausstieg eben wesentlich nichts mit Gewalt in der öffentlichen Auseinandersetzung zu tun, im Gegenteil: Abkehr überhaupt. Dann kann man in der Tat über Rechtgläubigkeit gruppenspezifisch entscheiden. Ansonsten gehört Al Qaida auch dieser Verhehrungshof des Mystischen entzogen. Aber ich glaube in Sachen Bin Laden/Al Qaida noch nicht einmal an den ganzen fundamentalistisch-islamischen Rummel. Bis heute ist nicht ausgeschlossen, dass Bin Laden diesen Rummel allein benutzt, um Selbstmordattentäter mit dem genügenden Elan zu gewinnen. Er hält es wahrscheinlich mit der Religion so wie Pierpont Mauler in Bertolt Brechts "Heiliger Johanna der Schlachthöfe". Das nenne ich mir einen Kampf gegen die Verarmung der Dritten Welt, nicht wahr?, die Bereicherung des Bin-Laden-Clans. Was spräche nämlich dagegen, dass der Ausschluss Osamas aus diesem Clan nur ein Scheinmanöver war, durch das sich der Bin-Laden-Clan die Schiene der gesteigerten Profitmaximierung durch massenterror-abgestützte Negativ-Spekulation auf den Fall von Aktien in breiten Wirtschaftsfeldern sicherte. So gesehen wäre das vernünftigste Manöver gegen den Terror des 11. September gewesen das Einfrieren der gesamten Geschäfte des gesamten Bin-Laden-Clans. Ich weiß, das ist eben in der Verflechtung der Wirtschaft und ihren Verschiebbarkeiten völlig irreal, Treffsicherheit aller Maßnahmen gleich Null. Wo doch sogar die Geschäfte des Gesamt-Bin-Laden-Clans bis zur Rüstungsindustrie sich verflochten hatten mit den Geschäften des Bush-Clans (vgl. Christian Schmidt-Häuer, Die Saud-Connection, in: Die Zeit, Nr. 47, 15.11.2001, S. 17 ff). Das macht aber kein Argument gegen jetzige USA-Politik, wenn der Präsident für eine gründliche Entkoppelung sorgt oder schon gesorgt hat. Denn die Verflechtungen beruhten auf anderen Voraussetzungen, die sich durch die Terrorattacken verändert haben. Dann kommen aber noch die schwer zu durchschauenden Verschiebungen in den Verflechtungen dazu. Das wäre es demnach gewesen, Osama Bin Laden als Wirtschafts-Mafioso, der seine Geschäfte, fundamental-religiös getarnt, mit Massen-Terror betreibt.

Aber Wirtschaftskrieg, was für die Vernunft das Beste wäre, das kann zwar etwas Druck ausüben bis zu den gläsernen Banken. Der Al Qaida-Terrorismus wird andere Wege finden. Was hätte die USA-Politik denn außerdem dann tun können? Die Attacken als das behandeln, was sie trotz des Kriegsgeschreis von Bin Laden und Al Qaida tatsächlich sind, einer der schwersten, wenn nicht der schwerste Kriminalfall? Also kriminologische Behandlung? Was aber, wenn die Organisatoren der Großverbrechen und ihre Nachwuchsschulen breitester Art in Ländern ihre Ruhezonen aufgeschlagen haben, die Interpol den Zugriff verwehren? Dann Kommandounternehmen der Spezialisten? Dem haben noch viele Intellektuelle des Deutschsprachigen Zustimmung versprochen. Meine moralische Vernunft hakte aber schon dazu aus. Denn jenseits völkerrechtlicher Bedenken, das Völkerrecht ließe sich transformieren, aber der Kommando-Unternehmens-Zug verspricht einfach Lynchjustiz, richtig. Dadurch ist man mit der Vernunft auch nicht weiter, im Gegenteil. Jedoch nun fiel mir Immanuel Kant ein, mit seinen Schwierigkeiten in Sachen Französischer Revolution: Er könne den Ausbruch und die Praktik dieser Revolution aus Vernunft nicht rechtfertigen. sie sei nun aber einmal geschehen (irgendwie, glaubt man in dem Text bei Lektüre zu spüren, Kant hätte sich die Hände dazu gerieben).

Ungefähr so geht es mir seit Wochen mit der USA-Politik. Denn sie ließ ja noch dem Taliban-Regime eine Frist der Auslieferung, Deutsche Intellektuelle höhnen freilich: Ja, die Frist des militärischen Aufmarschs. Aber das ändert doch nichts an der vorhanden gewesenen Frist. Und die Auslieferung, das hätte Gerichtsverfahren bedeutet, ob in den USA oder Den Haag. Das heißt, es hätte jetzt wirklich die Beweislegung stattgehabt, keine Lynchjustiz.

Schön: berufene islamische Pflicht zur Gastfreundschaft für des Massenmords Verdächtige, für erwiesene Aufrufer zum Massenmord an Unschuldigen lehnte das talibanesisch ab. Nun die Bombardements. Es ist doch klar, dass reine Kommandounternehmen der special forces ohne Vorbereitung des Aktionsfelds Selbstmord-Kommandos gewesen wären. Das eine erforderte sich realzynisch-historisch durch das andere. Sonst hätten sich die USA auf die wirtschaftspolitische und kriminologische Druckvermehrung innerhalb der Staaten der westlichen Industriegesellschaft beschränken müssen. Dem Großterror hätte innerhalb des islamischen Felds eine riesige Ruhezone offengestanden, von der aus er sich jederzeit mit seinen periphären Exekutoren in den Untergrund der westlichen Welt einschleusen kann, ja selbst noch die dann in der Tat konkreten Pläne dort im Untergrund konstruierten.

Indem für die Selbstmordattentäter nur das eine Risiko besteht, dass sie ihre Tat nicht ausführen können, während für ihren Vorbereitungsstab und ihre Vorbereitungsetappe bei Verdacht auf Verdacht sofortige Fluchtmöglichkeit bereitliegt oder bereitfliegt, außer man würde einen eisernen Vorhang [2] herablassen zur islamischen Welt überhaupt, gäbe es also für breite Kreise des Großterrors weiteste volle Sicherheitsbereiche. Und das sind gerade die Kreise, die überleben, sich bereichern und Macht ausüben wollen. Daher, hätte die USA-Politik sich auf Wirtschaftskrieg und kriminologischen Druck beschränkt, wäre mit Sicherheit auf weitere erpresserische und an der Börse negativ spekulierende Großattacken etwa auch gegen Frankfurter und Pariser Türme, gegen AKW's und so weiter zu zählen, je nach dem, was es zu erpressen gäbe oder welche Aktien man abstürzen lassen möchte.

Ob die USA-Intervention in Afghanistan das nun wird verhindern können, weiß ich so wenig wie die CIA oder das Pentagon in seinen wissendsten Zirkeln. Dass aber die schwachen Wege der Reaktion, wirtschaftspolitisch und kriminologisch auf die Westsphäre begrenzt, die Fortsetzung von Großterrorschlägen provoziert hätten, ist gewiss. Nicht in der Häufigkeit freilich, wie die allgemein verbreitete Angst es meint. Und genau genommen zynisch-realistisch-historisch gesprochen, könnte das die westliche Industriegesellschaft leicht wegstecken, wie Naturkatastrophe, minus derer, die dabei draufgehen. Wie jetzt die 5000 (mittlerweile herunter zählbar auf 3000) in Amerika das hatten tun müssen, das Draufgehen; demnächst die 2000 in Frankfurt? Eben Naturkatastrophen und Verkehrskriege verlangen vielmehr Opfer, ohne aber dass sie erpressen wollen. Wollen eine solche zynisch-sachliche Sicht die deutschen Antiamerikaner? Wenn da nur die irrationale Angst nicht wäre, die bei aller Irrationalität besonders irrational unterscheidet zwischen unvermeidlichen Opfern der Naturkatastrophen wie des Verkehrs und den Opfern gezielt erpresserischer Manöver von Großverbrechern. In einem Fall steht die Unvermeidlichkeit dem stoischen Bereitschaftssein ins Gesicht geschrieben. Im anderen Fall versprechen sich ungeahnte Steigerungsmöglichkeiten durch die Absicht, die dahinter steht. Alle Folterknechte wissen vom "Daumenschraubenanziehen", wie ich hörte, besonders der Taliban durch CIA-Schulung. Da hört dann auch praktischer Stoizismus auf gegenüber den Steigerungsmöglichkeiten, die keine Wahrscheinlichkeitsobergrenze kennen. Und so äußert sich ja Al Qaida per Osama anders als die Natur und der Gott des Verkehrs.

Die davon ausgelöste irrationale Angst aber könnte in der Tat die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit der westlichen Industriegesellschaft, die auf relativer Angstfreiheit (Vertrauen = Credit, und wir sind eine Credit-Gesellschaft, eine Verschuldungsgesellschaft auf Vertrauen, darüber irren sich alle "utopischen" Nullhaushalter) beruht und allenfalls insofern nur auf der Angst vor der Angst, diese Kredit-Gesellschaft könnte total ruiniert werden, ohne dass eine Alternative zum Überleben der Massen von den Gegnern der amerikanischen Politik bereitgestellt wäre; Hungerkatastrophe weltweit (die von Al Qaida betreuten Massen hungern ohnehin schon), die nun nur noch mit dem völlig überflüssig gewordenen Geldpapier und Verrechnungspapier gestopft werden könnte.

Die amerikanische Intervention hat Chancen demgegenüber, einerseits die irrationale Angst durch Aktion zu überwinden, durch Hoffnung des Überwindens vom Angstauslöser, andererseits setzt sie jetzt doch den terrorbereiten, jedoch überleben wollenden Teil der Reichtums- und Machtakkumulation unter äußersten Risikodruck, nicht nur die periphären Selbstmordbereiten, die ja nur mittelbar unter Druck zu setzen sind, nämlich durchs mögliche Scheitern ihrer Allah-Begegnung. Und diese Steigerung des Risikodrucks könnte paradigmatisch auf andere Länder des Großterror-Abdeckens, -Schützens und -Pflegens einen Einfluss haben.

Weil es kein irgendwie überzeugendes Gegenkonzept zur gegenwärtigen USA-Politik gibt, welche ja auch immerhin die erste, die rein banal-manichäische Rede des George Doubleju Bush, offensichtlich nur das Pendant mit umgekehrtem Vorzeichen zu Osama Bin Ladens Programm, aufs äußerste gebändigt hatte, und weil in ihr die einzige schwache Chance liegt zum Herstellen einer Beruhigungs- und Überlegungsphase gegen die irrationale Angst, die die Welt ins Wirtschaftschaos stürzen könnte, aus der nur Totalitarismen zu folgen vermöchten, während die schwachen Reaktionen bloß vertagen würden, ohne Verhandlungsspielraum zu gewinnen, aber noch nicht einmal würden sie die irrationale Angst vertagen und damit den Zusammenbruch hinein in die Totalitarismen ohne Alternative, darum schließe ich mich keiner Demonstration gegen die gegenwärtige amerikanische Politik an. Denn die einzige Alternative wäre offensichtlich, auf Verbreitbarkeit eines Massenstoizismus zu rechnen, der die Opfer des Großterrors so hinnähme wie Naturkatastrophen eben oder wie Verkehrsverluste. Und eben hinnähme, dass das Leben, das einerseits durch Wissenschaft und Technik von Risiken entlastet wird, andererseits neue Risiken sich zuzieht. Wie heißt ein Sprichwort so schön: das Leben ist gefährlich, aber es übt kolossal.

Wäre eine solche Stimmung allgemein hervorrufbar, nach der Großterror eben nur das Lebensrisiko um 0,5% erhöht und die Lebenserwartung um 3 Monate reduziert oder weniger oder etwas mehr, während er die Wirtschaftlichkeit der Wolkenkratzer um 0,8% mindert usw., weshalb sie trotzdem "wirtschaftlich" bleiben würden, und Versicherungswirtschaft vertrüge die leichte Zahlen-Verschiebung auch - dann lasst doch der kleinen Minderheit, die Allah unbedingt aufwendig in Türmen dieser Welt begegnen möchte oder in explodierenden AKW's, diesen religiösen Ernstspaß - wenn es so wäre, wäre ich für wirtschaftspolitische und kriminologische Sanftreaktionen der USA gewesen und wäre es weiterhin. Aber schon bei Attacken auf AKW's setzt auch bei mir etwas von der irrationalen Angst ein, weil sie, wie im Fall Tschernobyl, mit Menschenvernichtung und Menschenquälerei eine ganze Anzahl von Erdzonen für Menschen unbewohnbar machen. Das hat nichts mehr mit sozialkulturell veranstalteten Sperrbezirken zu tun, die vorher erwähnt wurden. Man denke zu AKW-Attacken noch Atombomben im Hussein- und Bin-Laden-Kasten hinzu.

Ich bin jetzt doch zu der Überzeugung gekommen im letzten Jahrzehnt, dass USA-Politik auch, wie Walter Benjamin von den Revolutionen sagte, vom Golf über den Balkan bis zu Afghanistan Notbremse der Weltgeschichte zu sein vermag. Ich bin einigermaßen beruhigt, dass Günther Grass nicht ad hoc Präsident der USA ist und ad hoc Walter Jens sein Vizepräsident, trotz Altersweisheit. Mit ad hoc meine ich: Wären sie es, würden sie so gebändigt durchs amerikanische System wie der Tombstone-Texaner George Doubleju Bush.

Denn wer wollte mir widersprechen, Grass und Jens eingeschlossen: Hätte man bloß die Wahl für die Weltführung zwischen Hussein und Bush sen., müsste die Wahl auf Bush sen. fallen, hätte man nur die Wahl zwischen Milosevic/Tudjman und Clinton, müsste die Wahl auf Clinton fallen; hätte man die Wahl einzig zwischen Osama Bin Laden/ Mullah Omar und Bush jun., ja, dann müsste die Wahl auf Bush jun. fallen und das über Euro-Jap-Amerika hinaus. Nur für Fundamental-Islamismus dürfte das anders aussehen.

Insofern wird man mich auch in keiner Bewegung gegen die derzeitige Schröder-/Fischer-Außenpolitik sehen. Denn es ist ja nicht wahr, wie die gegenwärtige "Kritische" Diskussion weismachen möchte, dass diese Außenpolitik sich bedingungslos in die Arme der Bush-Politik geworfen hätte. Im Einverständnis mit Frankreich hatte sie angezeigt, dass sie die durch Bushs erste Rede nicht ausgeschlossenen, vielmehr ein wenig mitbedeuteten möglichen Abenteuerlichkeiten nicht mitmachen würde bei aller Solidarität, und das war auch gesagt im Einverständnis mit anderen europäischen Staaten unter dem Eindruck des Schrecks durch diese Kreuzzugsrede. Aber die USA-Politik hat diese Rede ja selber erschrocken zur Seite geschoben, was mein Vertrauen ins US-System erhöhte. Während schließlich schon wieder deswegen auch deutscher Antiamerikanismus fast triumphierte darüber, dass die USA wieder einmal Krisen beantworten würden mit Flottenparaden auf hoher See, wo's um’s Hochgebirge ginge; eben wie man's macht, ist's falsch (H. Broder). Denn alle Wurzeltheorien, die den Terrorismus an der Wurzel packen und der wachsenden Armut der Dritten Welt steuern wollen, wären für gegenwärtige Notlage, die über die irrationale Angst die westliche Industriegesellschaft um ihren Credit (Vertrauen) bringen könnte und auch gänzlich unproduktiv machen, also hilfeunfähig, viel zu langsam. Andere gegenwärtige Strategien könnten nur funktionieren über einen Massenstoizismus des Konsumrauschs im Tanz auf dem von Menschen gemachten Vulkan wie schon gesagt.

Bliebe nur Bin Ladens Programm einer vergemeinsamten Armut nach Zerstörung Amerikas, Verhungern der Massen, wobei allerdings einige Wenige es besser hätten, eben die Bin Ladens und die Al Qaida-Leute. Osama Bin Laden, der offensichtlich andere in den von ihm für selig eingeredeten Selbstmord treibt, zu dem er selber aus orientalischer Selbstbequemlichkeit des Reichtums unfähig, eine Gegenfigur zu Thomas Münzer bildet, welch' anderer sich immerhin vor seine Bauern stellte, um ein Wunder zu tun, wenn's auch nicht gelang - aber dazu ist der postmoderne Held der Feigheit außerstande, weil er genügend aufgeklärt, nicht auf Allah vertraut, sondern auf Dollars und Bunkergrotten [3]. Seit er politisch bekannt wurde, existierte er als Grottenolm, die Gegenfigur nicht nur zu Thomas Münzer, sondern zu allen Revolutionären einschließlich Muhammat, die an der Öffentlichkeit existierten und in öffentlicher Auseinandersetzung. Postmoderner Revolutionär also, nur die Revolution des Dollars gegen sich selber? Ich äußere mich nur darum so, ansonsten ginge mich irgendein saudiarabischer Seelenkranker des Überreichtums nichts an, wenn sich nicht mit ihm bedeutete, dass er, selbst europäisch, bei vielen wie ein Revolutionär empfunden wird, dessen Gegenteil er ist, er will ja keiner Lebenslage aufhelfen außer der eigenen.

Aber solche Erwägungen werden alle zugeschüttet durch den hemmungsfreien Antiamerikanismus, der jeden Schlag gegen Amerika so begrüßt und erhöht, wie sich US-Sackgassen aus dem hemmungsfreien Antikommunismus ergaben, der blindlings alles unterstützte, was gegen das Sowjetsystem gerichtet schien. Eine Art McCarthyismus begegnete, begegnet dabei dem anderen, möchte man fast sagen, wäre solcher Vergleich nicht vielleicht metaphorisch zwar eingängig, real aber Quatsch. Und dann die läppischen Freudenfeste des deutschen Antiamerikanismus: Die Amerikaner werden schon scheitern, den Golf-Krieg haben sie ja auch nicht gewonnen; denn Hussein, Saddam blieb. Wieder muss man sich Einsicht holen von Amerikanern selber, etwa von Beratern der CIA, wie Chalmers Johnson (im Spiegel Nr. 42, 15.10.2001). Er teilt die europäischen-skeptische These vom US-Militarismus, der nun in alleiniger Weltmachtstellung die Welt, statt polizeilich, vielmehr militärisch kontrollieren will.

Nur kann man bei ihm, C. Johnson, lernen, dass die offizielle Militärpolitik der USA sehr wohl gelernt hat, anders als stumpfsinnige Europäer meinen. Sie verfolgt nicht mehr ein Besatzungsregime, sie verfolgt nicht mehr ein Einrichten von einigermaßen klaren Regimen, die aus Dankbarkeit zu ihren Einrichtern den USA treu bleiben, wie das in Vietnam misslungen, mit Pinochet gelungen, mit den Taliban wieder, aber anders als in Vietnam misslungen ist. Nach den Taliban, ihrem missratenen Kind stellt die offizielle US-Militärpolitik jetzt überall schiefe, provisorische Lagen wie Verhältnisse der Konkurrenzen am seidenen Faden her. Und den seidenen Faden bilden im Verhältnis zu den Ressourcen der USA geringe Truppenzahlen, die sie in den provisorischen Gebieten stationieren, die aber das unhaltbare Provisorium dauerhaft machen.

Was wird es sein? 20.000 US-Soldaten in Jugoslawien, 30.000 US-Soldaten am Golf, 40.000 US-Soldaten in Afghanistan, wahrscheinlich noch 20.000 US-Soldaten in Somalia in Schlüsselstellungen (und wie sich mit gegenwärtigem Jahreswechsel herausstellt, nicht zuletzt auch durch europäische Ersatzmannschaft ganz erheblich viel weniger). Das war's dann, das ist's dann, Indonesien etwas unberechenbar. Maximal 110.000 US-Soldaten im Auslandsdienst aktiv (aber noch nicht einmal kämpfend), wo US-Amerika viele Jahre bestens gelebt hat mit mindestens 500.000 kämpfenden Soldaten in Vietnam. So sieht das neue Militärregiment der USA aus, es kann europäischen Hohn über das Scheitern seiner Kriege lässig wegstecken. Es wollte schließlich gar nicht Saddam Hussein stürzen. Der Milosevic-Sturz etwa war wahrscheinlich eine unbeabsichtigte Nebenfolge, die sogar Erschwerungen in der Kontrolle Europas macht. Und letztes, überhaupt nicht beabsichtigtes Ziel des US-Militär-Imperialismus dürfte das Einfangen von Bin Laden oder die völlige Ruinierung von Al Qaida oder dem Taliban sein. Sie würden fehlen beim Einrichten schiefer, provisorischer Verhältnisse des Ausschaukelns.

Daher Mitte November alles Bemühen darum, dass die afghanische Nordallianz nicht allzu schnell Kabul erobere. Sei's drum. Gegen die längst ausgehandelten Manöver können Intellektuelle ohnehin nichts machen. Aber sie sitzen an Steuerungen des Fokussierens für öffentliche Meinung. Und da legen deutschsprachige "Intellektuelle" die Bahnen der Fokussierungen, wenn sie antiamerikanische Triumphe feiern, siehe: Amerikaner haben es verdient. Oder es wird an alte antiamerikanische Erregungen erinnert mit Peter Sloterdijk und dem Vergleich von Schily-Politik zu McCarthyismus. Wieder schüttet Polemiksucht des Auffallenwollens die anstehenden Fragen zu.

Selbstverständlich muss man Gerhard Schröder rechtgeben, wenn er den Unterschied von Schilys Entwürfen zum McCarthyismus hervorhebt. Dieser war gegen "unamerikanische Umtriebe" überhaupt gerichtet und wollte die "formierte Gesellschaft" bis in die Wissenschaften und den Kulturbetrieb hinein. Obwohl heute alles sonst gewöhnlich unausgemachter sich zeigt als früher, sind die Schily-Entwürfe viel angemachter gerichtet noch nicht einmal gegen den Islam schlechthin als "antieuropäischen Umtrieb", sondern nur gegen bestimmte fundamental-islamistische Richtungen. Sloterdijk unterstellt also aus Polemikökonomie sogleich einen Kulturkampf. Dabei geht es gegenüber Schily-Plänen, die, wegen Rechtsallgemeinheit, freilich auch einmal mc-carthyistisch verwendet werden könnten, vorerst um eine Arbeit gegen Polizeistaat und für Bürgerrechte und vor allem um eine Abwehr der wachsenden Ausdehnung von Gerichtszuständigkeit und Strafbarkeit für Handlungen oder Beweisbarkeit von Vorbereitungen zu Handlungen hin auf Gesinnungsäußerungen allein schon und so weiter. Das wird nur erschwert, ja indiskutabel gemacht durch den beleidigen wollenden Vergleich zu Mc-Carthyismus, der zugleich primitiv vorurteilsgeladen an anders antiamerikanische Vorurteile des Deutschen appelliert, jetzt der Linken.

Schließlich, ich muss es einmal zu Papier bringen, haben alle, die mir in Kunst, Literatur, Wissenschaft wichtig waren aus der deutschen Vergangenheit ums Dritte Reich herum, dieses nur überlebt und entweder Hauptteile oder wesentliche Teile ihres Werks zustande gebracht durch die Existenz der USA und ihres Systems, meine ich auch und sogar bei Mc-Carthyismus, während sie durch Hitler und Stalin umgebracht worden wären. Immer wieder müssen es die USA sein als rettendes Fluchtfeld. Aber deutschsprachige "Intellektualität" wirkt in Schüben wie ein Elefant im Porzellanlanden. Niemand lernte besser von den Werbekünsten des Markts auf deren harten Schienen, als deutsche Schreibende.

Burghart Schmidt ist Philosoph und Professor an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach/Main, Schwerpunkt: Sprache und Ästhetik.

[1] Die Anführungszeichen setze ich gegen personalisierenden Sinn, so dass ich nicht bestimmten Personen die Prädikatisierbarkeit als Intellektuelle absprechen möchte, sondern in Hinblick auf bestimmte Aussagenmengen mich äußere, die ich als nicht- oder gar anti-intellektuell einschätze, auch wenn sie von Intellektuellen herstammen.

[2] Zum Thema eines solchen "eisernen Vorhangs" eine leserbriefartige Reaktion von mir auf Rudolf Burgers Interviewgabe an Format, Wien, 25.11.2001, online, worin er eine Isolationspolitik gegen alles Islamische empfiehlt, weil der Islam nicht modernisierbar sei. Halbwahrheit, wie das Meiste aus Stammtischlereien. Richtig: Keine Religion ist in ihrem objektiven Bestand moderniesierbar, Re-ligio heißt ja Rückverbindung. Aber alle Religionen sind auf ihrer Interpretationsebene von hoher Anpassungsfähigkeit. Halbwahr ebenfalls, wenn Burger sagt, die Avicenna-Zeiten des Islam seien lang vorüber, also die Zeiten des mittelalterlichen Islam, die allein gemeint sein können. Richtig, sie sind lang vorüber. Aber das sagt nichts gegen ihr Zeugnis von einer ganz anderen Interpretierbarkeit des Islam als im heutigen islamistischen Fundamentalismus. Und diese Interpretation stand dem Original viel näher, was den Verrat und die Verbiegung des Originals durch manchen heutigen Islamismus aufweisen lässt. Aber solche Erwägungen passen nicht in das eindimensionale Denken des Mechanismus aus 19. Jahrhundert nach Burger-Typ. Nun das Leserbriefartige! Zum gottlosen "Krenn". Ein Wirtshaus im Wiener Wald?

Auf die Ausführung des Burger-Interviews hin bleibt einem zunächst mal der Eindruck einer anderen Wende. Unter Titeln und Positionen der Wissenschaftlichkeit verbreitet sich der Stammtisch-Staubrausch, während grotesk, wer hätte das gedacht, die Politiker zu Ideologiekritikern statt Ideologiepredigern werden. Die Politiker brauchen bis weilen keine Schwarz-Weiß-Malerei mehr, zu der sich hirnüberlastete Professoren für ihre Erholung gründlich, wie sie nun mal sind, flüchten. Blair, Chirac, Schröder, ja sogar Bush, gleich seit Beginn seiner Reaktion, wussten sehr wohl warum sie Unterscheidung zwischen Islam und bestimmtem fundamentalistischem Islamismus einforderten, weil nämlich nur unterm Funktionieren eines solchen Unterscheidens ein Ausschaukeln und Auswiegen von Status quo überhaupt denkbar ist im Vermeiden der Katastrophe. Halten wir uns doch wenigstens eher an solche Leute als an die Verwissenschaftlichung des Stammtischs. Wie ja etwa der Verwissenschaftler Konrad Liessmann, noch stärker verallgemeinernd gleich nach dem 11. September in einem Fernseh-Interview wusste, die Religion überhaupt sei am Terrorismus schuld, weil sie jenseitigen Lohn für "gottgewollte Gewalt" verspräche. Als ob der Terror der ETA in Spanien nicht ohne diesen Lohn auskäme. Im übrigen noch zu Burger: Es ist ja nicht wahr, dass es nach dem Westfälischen Frieden in Europa keinen Religionskrieg mehr gegeben hat, so wenig, wie es wahr ist, der 30-jährige Krieg sei auch nur hauptsächlich ein Religionskrieg gewesen. Womit hatte denn soviel später die Französische Revolution nach innen wie außen zu tun? Und warum nannte sich der Kampfhund gegen Napoleon und seinen Code civile "Heilige Allianz"? Also das rein Säkulare der Politik wäre auch in Europa sehr jung, und erst bei Säkularisation geriet Europas Politik mit Massenterror so richtig außer Rand und Band, in der Modernisierung, zu der der Islam unfähig sei, laut Burgers Huntington-Import.

[3] Ich schreibe so, weil das den Bin-Laden-Programm-Reden so entspricht. Würde er einmal vor ein internationales Gericht geraten, könnte er, und das das Markante an seinem postmodernen Revolutionärstum, sagen: Das waren alles nur "Stammtisch"-Reden; er, Bin Laden habe mit Realisationen dessen nichts zu tun. Wie hätten Leute daraus entnehmen dürfen, dass man Taten daraus mache. Der transformative Beweis wird schwer. Ich wehre mich gegenüber dem Helden der Feigheit auch nur in Sachen des Revolutionärs-Mythos.

 
 

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