Minoritäre Allianzen
Kulturrisse 01/2002
Besonders in den Überlappungszonen zwischen migrantischer Selbstorganisation, antirassistischem Aktivismus und Kulturarbeit scheinen "Minoritäre Allianzen" eigentlich Konjunktur zu haben. Doch nicht zuletzt nach dem 11. September 2001 hat diese Entwicklung einer produktiven Vernetzung schwere Rückschläge erfahren.
Oppositionen
Stefan Nowotny
Migration ist nicht nur ein Faktum, sondern auch eine zentrale Herausforderung an den demokratischen Rechtsstaat, zumal dann, wenn dieser Staat seinen Wohlstand fortwährend auf jenen politischen, sozialen und ökonomischen Ungleichheiten errichtet, die Migrationsbewegungen bedingen.
Oppositionen
Ljubomir Bratic
Die Politik hat in Österreich, wie auch auf EU-Ebene, im vergangenen Jahrzehnt verstärkt eine österreichische, europäische und westliche "Identität" vorangetrieben. Es ist immer der Türke, Serbe, Rumäne, Nigerianer, der ein Verbrechen begangen hat, um ein Beispiel aus der alltäglichen medialen Praxis zu erwähnen. Die antirassistische MigrantInnenszene antwortet darauf.
Oppositionen
Rubia Salgado
Seit drei Jahren intensiviert sich in Oberösterreich ein Diskussionsprozess um die Thematik der Partizipation von MigrantInnen im Kulturbereich.
Oppositionen
Anna Kowalska
In den letzten Jahren sind einige Initiativen und Projekte entstanden, die auf die Bedürfnisse von Jugendlichen der Zweiten Generation eingehen und sie in den öffentlichen Diskurs einbinden wollen.
Kulturpolitiken
Juliane Alton
Replik auf Helmut Ploebsts "Zerrisse", Kulturrisse 04/01
Kulturpolitiken
Sabine Sonnenschein
Durch das Tanzquartier ist es zu einer Verschiebung des symbolischen Kapitals der in der Wiener Szene verorteten KünstlerInnen gekommen: Die Macht derjenigen, die konstant über weit mehr als 10 Jahre in diskutablem Ausmaß subventioniert werden und sich in ihrer Arbeit allzu verfestigt haben, hat Risse bekommen.
Kulturpolitiken
Peter Riegersperger
Durch Free Software besteht die Möglichkeit, dass der Zugang zum Netz und seinen Einrichtungen weiterhin Teil der öffentlichen Sphäre bleibt, und nicht in den Bereich der Medienkonzerne integriert wird. Damit gewinnen die Nutzer des Netzes ein wesentliches Stück Freiheit zurück.
Kulturpolitiken
Thomas Lindtner
Gemeinsam mit der derzeit sparwilligen Haller ÖVP Stadtregierung betrieb die FPÖ den Fall der Kunsthalle Tirol. Der Kunsthallenleiter wurde letztendlich ungustiös und unehrenhaft gekündigt.
Kulturpolitiken
Martin Wassermair
Das kulturelle Feld ist gefordert. Denn bei aller Ungenauigkeit der Terminologie verbirgt sich hinter den Schlagworten "Organisierte Kreativität", "Kulturwirtschaft", "Creative Europe" vor allem die neoliberale Absicht, die öffentliche Verantwortung aus der Kunstförderung zurückzunehmen.
Fokus
Elisabeth Mayerhofer, Monika Mokre, Paul Stepan
Die Kulturhauptstadt Graz2003 zählt zu den schönen Beispielen für innovativen Anspruch und traditionelle Konzepte, die dann letztendlich nur hinterwäldlerische Kunstvorstellungen einer altväterlichen Herrenpartie widerspiegeln.
Kosmopolitiken
Thomas Rothschild
Wenn in Österreich ein sozialdemokratischer Spitzenpolitiker sich vollmundig gegen militärische Einsätze in Afghanistan ausspricht und weiterhin in einer Partei bleibt, deren Vorsitzender das Gegenteil bekundet, wundert das niemanden, weil man hierzulande von Politikern gar nichts anderes erwartet als skrupellosen Karrierismus, Verlogenheit und Korrumpierbarkeit.
Kosmopolitiken
Stefan Nowotny und Beat Weber
Die Katerstimmung hatte schwer wiegende Gründe: Irgendwie kam das Gefühl auf, dass die politische Dimension der Demonstrationen so weit in den Hintergrund gerückt war, dass sie nicht nur für die ohnehin nicht sonderlich daran interessierten Regierungschefs in Laeken unhörbar blieb, sondern auch für eine Vielzahl von KundgebungsteilnehmerInnen kaum auszumachen war.
Kosmopolitiken
Burghart Schmidt
Es ist an der Zeit, ganz einfach klassische Sprachkritik wieder zu betreiben, wenn man von den Reden der Intellektuellen, über die Intellektuellen, durch die Intellektuellen des Deutschsprachigen zur Lage der Welt hört.