Die intellektuelle Konterrevolution — IG Kultur

Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge
Anmelden

ALLE AUSGABEN

 

Die intellektuelle Konterrevolution

Kulturrisse 00/2000

Zum Aufhänger und Schwerpunkt dieser Nummer ließe sich vieles sagen und schreiben. Wir haben uns allerdings jenseits des etwas plakativen Titels darauf besonnen, die Schlammschlacht gegen "Haiders Lieblinge" oder "Schüssels Tafelrunde" schon deswegen nicht weiter auf deren Niveau zu betreiben, weil - wie es Klaus Neundlinger sehr klar formuliert - anderweitig Distanz zu suchen ist als "in einem polemischen Diskurs, der sich beständig seine Gegner schaffen muß".

VorRisse

VorRisse

Oppositionen

Liessmania

Klaus Neundlinger Über das Gespräch, das Konrad Paul Liessmann und Peter Sloterdijk mit Wolfgang Schüssel im Juni während eines gemeinsamen Essens führten, ist mir nichts bekannt. Wohl aber nahm ich an einer Podiumsdiskussion Ende Juni teil, die von der Grünen Bildungswerkstatt veranstaltet wurde. Bei dieser Gelegenheit hörte ich Liessmann über Perspektiven des Widerstands gegen die neue Regierung sprechen. Wie kommt es, dass jemand, der in der österreichischen Öffentlichkeit eine bedeutende Position als Intellektueller einnimmt, mehr oder weniger gleichzeitig zu den Mächtigen und zur Opposition geht, um seine Statements abzugeben - ohne dabei jede Glaubwürdigkeit zu verlieren?
Oppositionen

Briefe

Gerhard Ruiss Nicht der neue Medienkonzentrationsschub mit der Einstellung von täglich Alles und der wirtschaftlichen Fusion der drei führenden österreichischen Wochenmagazine profil, Format und News beunruhigt, nicht der parteipolitische Zugriff auf die elektronischen Medien und vor allem auf den ORF erhitzt die Gemüter, nicht die nationalistischen Entwicklungen in Europa entsetzen, nicht die Verflechtungen zwischen der FPÖ und der Justiz machen Sorgen, sondern Briefe.
Oppositionen

Die kroatische Erfahrung. Zwei Illusionen über die Rolle der Intellektuellen in der Politik

Boris Buden Die politische Krankheit, an der Kroatien über zehn Jahre gelitten hat, wird üblicherweise als Nationalismus diagnostiziert. Genauso üblich ist es, die entscheidende Rolle beim Herausbilden dieser Ideologie und ihrer politischen Praxis den Intellektuellen zuzuschreiben. Kein Nationalismus ohne nationalistische Intellektuelle und keine nationalistischen Intellektuellen ohne eine traditionalistische, prämoderne, zivilisatorisch zurückgebliebene Kultur, so heißt die These. Der kroatischen Erfahrung nach ist sie in beiden Aspekten falsch.
Kulturpolitiken

Netzkultur unter Schwarz-Blau. Konvergenz zum Kommerz?

Paul Murschetz Die politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit von alternativen Kultur- und Medieneinrichtungen ist in Österreich bedroht. Restriktive Förder- und wirtschaftliche Zensurpolitik nimmt an Umfang und Intensität zu. Für die Regierung sind innovative Kultur und Freie Medien gefährlich. Unter Schwarz-Blau geht es auch Initiativen der Netzkultur nicht besser, deren zentrale Funktion von strukturierter Aufbauarbeit und Zurverfügungstellung technischer Mittel (Public Access Internet Service Providing) über Sammlung und Vermittlung von Medienkompetenz bis zu explizit auf das kulturelle, soziale oder politische Feld ausgerichtete Handlungen mit und durch das Internet reicht.
Fokus

Was passiert? Die vergebenen Chancen des Wiener Museumsquartiers

Elisabeth Mayerhofer MQ - Hier passiert es. Soviel, dass es kaum möglich ist, einen Satz zu schreiben, der nicht gleich wieder veraltet ist: Kündigung von Depot und Public Netbase, Verleihung des Preises der Stadt Wien und Weitergabe des Prix Ars Electronica an Public Netbase, positive Ergebnisse von Wirtschaftsprüfungen, "Projektionen" für das Kunstpublikum etc. Und außen prangt eine beschauliche Kärnten-Werbung wie eine Vorankündigung des neuen Kunstverständnisses, das den Geist der sogenannten "DrittnutzerInnen" (Depot, Public Netbase, Springerin) ablösen wird.
 
 

Erhältlich in folgenden Buchhandlungen:

  • a.punkt, 1010 Wien
  • Walther König, 1070 MQ
  • Anna Jeller, 1040 Wien
  • Phil, 1060 Wien
  • Leporello, 1010 Wien
  • Lentos, Linz
  • Pro qm, Berlin
  • b_books, Berlin

 

Kulturrisse -

Zeitschrift für radikaldemokratische Kulturpolitik

 

seit 1996

Oppositionen
gegenhegemoniale Konzepte und Unternehmen im zivilgesellschaftlichen Bereich

Kulturpolitiken
kritische Kommentare zu neuesten Entwicklungen der Kulturarbeit, Kulturpolitik, Kulturfinanzierung und der Kulturverwaltung

Kunstpraxen
Schlaglichter auf gelungene künstlerische Interventionen

Kosmopolitiken
Andocken an Diskurse jenseits der Grenzen des Nationalismus

IG KULTUR Österreich
Gumpendorfer Straße 63b
A-1060 Wien